Kunst zum Greifen nahe

Ausstellung: Schwartzsche Villa zeigt ungewöhnliche Installation

In der Schwartzschen Villa in der Grunewaldstraße 55 kommt derzeit einiges auf die Besucher zu. Im Wortsinn. Denn unter dem Titel „on the move“ befindet sich hier eine raumgreifende Installation auf Papier, die nicht platt an der Wand klebt, sondern frei im Raum schwebt. Gestaltet hat sie die Künstlerin Julia Sossinka, Meisterschülerin der Kunsthochschule Düsseldorf. „Bei meiner Arbeit handelt es sich um Malerei, die sich aus der Leinwand heraus greifbar in den Raum bewegt hat. Die Installation ‚on the move‘ ist ein kokon-förmiges organisches Gebilde hauptsächlich aus Papier. Die vielen Details laden den Betrachter ein sich in den klingenden Farb- und Formstrukturen zu verlieren“, erklärt die die 32-Jährige, die bereits im Januar direkt vor Ort an ihrem Kunstwerk arbeitete.

Kunst vor Ort

„Meine Installationen entstehen direkt vor Ort“, sagt Sossinka: „Ich versuche mich immer auf die Raumgegebenheiten eines Ortes einzulassen und beginne dann mit einem groben Formrohbau, der im Laufe des Aufbaus immer weiter wächst.“ So war es auch in der Schwartzschen Villa, in dem ihre Ausstellung noch bis zum 12. April zu sehen ist. Sossinka, die für ihre Arbeit einen Monat lang täglich aus Neukölln nach Steglitz-Zehlendorf fuhr, hat für ihre derzeitigen Gastgeber dabei nur Lob übrig: „Besonders gut hat mir die ruhige Arbeitsatmosphäre im lichtdurchfluteten Atelier der Schwartzschen Villa und die liebe Unterstützung der Mitarbeiter gefallen.“ Die Sympathie beruht dabei auf Gegenseitigkeit.

Voll des Lobes

Schon die Bewerbung Sossinkas für eine Ausstellung habe ihr Interesse geweckt, erklärt Doris Fürstenberg, die den Fachbereich Kultur im Bezirksamt leitet: „Während eines Treffens in der Schwartzschen Villa hat sie ihre Idee einer raumgreifenden Installation in der Galerie vorgestellt, die ich so überzeugend fand, dass ich eine Ausstellung mit ihr vereinbart habe.“ Und auch jetzt ist Fürstenberg voll des Lobes für den Gast. „Julia Sossinka hat sich in ihrer Arbeit auf den Raum bezogen und ihn optimal genutzt. Ihr souveräner Umgang mit unterschiedlichen Materialien ist meisterhaft. Die Installation ist trotz ihres Umfangs von großer Leichtigkeit. Die Ausstellung passt sehr gut in das Profil der Kommunalen Galerie Schwartzsche Villa, die in Berlin lebende und arbeitende professionelle Künstlerinnen und Künstler ausstellt und der Bevölkerung verschiedene Kunstpositionen präsentiert.“ Bei der komme die Installation ebenfalls gut an, berichtet Fürstenberg: Die kostenlose Ausstellung sei sehr gut besucht. „Die Besucherinnen und Besucher staunen zunächst und nehmen sich dann Zeit, die Installation genauer zu betrachten und auf sich wirken zu lassen.“

Philip Aubreville / Bild: Nihad Nino Pusija

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