Akku laden in nur sieben Minuten

Verkehr: Deutschlands erste innerstädtische E-Bus-Linie startet an der Hertzallee

18 Haltestellen von Südkreuz bis Zoologischer Garten an der Hertzallee, ganze 6,1 Kilometer Fahrtstrecke im 20-Minuten-Takt mit einer Ladezeit an den Endhaltestellen von nur vier bis sieben Minuten: Die Rede ist von dem E-Bus Berlin, der ab Sommer und bis 30. September 2016 seine Pionier-Fahrt auf der Linie 204 aufnehmen wird. „Es ist die erste innerstädtische vollelektrische Linie in ganz Deutschland“, freut sich Sigrid Nikutta, Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe. Damit werde Berlin noch umweltfreundlicher, geräuscharmer und grüner. „Wir müssen in Dekaden denken. Ich bin sicher, dass dieses Pilotprojekt in ein bis zwei Dekaden Standard sein wird“, ist Staatssekretär Rainer Bomba überzeugt. Vier solcher E-Busse des Herstellers Solaris werden für den Einsatz zu je 750.000 Euro hergestellt. Der erste wird voraussichtlich bereits im Mai geliefert. Die Busflotte soll jährlich rund 260 Tonnen an Kohlendioxid einsparen. Um einen solchen Effekt zu erreichen, müssten rund 250 Pkw elektrifiziert werden.

Ohne Kontakt

Die Ladung eines Busses erfolgt ohne Kabelkontakt auf einer Ladeplatte. „Die nur dann lädt, wenn sich der Bus direkt darauf befindet“, erklärt Jérémie Desjardins von Primove bei Bombardier Transportation, die drei Platten bauen. Im Auftrag der TU Berlin entsteht die erste bereits in der Hertzallee. Zwei weitere sind am anderen Ende der Linie am Südkreuz sowie im BVG-Depot Indira-Gandhi-Straße geplant. Sobald der Bus die unsichtbare, unterirdische Ladeplatte abdeckt, senkt sich die in der Fahrzeug-Unterseite montierte Aufnahmespule ab, und die induktive Energieübertragung beginnt. Für Fahrer, Passanten oder Menschen mit Herzschrittmachern sei die Platte völlig ungefährlich.

Michaela Bavandi (Text und kl. Bild) / Titelbild: Bombardier

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