Dicke Luft an der Michelangelostraße

Wohnen: Bei Bürgerversammlung hagelt es heftige Kritik

So hatte sich das der Bezirk wahrscheinlich nicht gedacht: Kaum wurden die Wettbewerbsergebnisse zur Bebauung der Michelangelostraße bekanntgegeben, kam es zu heftiger Kritik seitens der Anwohner. Auch die vom Senat und Bezirk angeleitete Bürgerversammlung in der Gethsemanekirche konnte die Bürger in ihrer ablehnenden Haltung nicht umstimmen. Auf der Versammlung in der Stargarder Straße 77 wurden die Bebauungspläne genau vorgestellt und diskutiert. Schon mit „Nein“-Schildern, die Teilnehmer vor ihren Sitzen platzierten, bezogen sie deutlich Position zum geplanten Wohnquartier. Im Dezember 2014 fiel die Entscheidung im städtebaulichen Ideenwettbewerb für das rund 30 Hektar große Areal, das aus einer fünfgeschossigen Zeilenbebauung mit geringer Dichte aus den 1950er Jahren und laut Verwaltung für Parkplätze zu wertvollen Flächen entlang der Michelangelostraße besteht. Dort sollen 2.700 Wohnungen, eine Grundschule und eine Dreifelder-Sporthalle entstehen.

Streitpunkt Parkplätze

Die warfen den Zuständigen „Fremdbestimmung“ vor und bemängelten, dass Anwohner in die Entwicklung des geplanten Wohnquartiers nicht genug einbezogen worden seien. Es werde zu dicht gebaut, bemängelten andere, zudem füge sich das Quartier nicht harmonisch in das Umfeld ein. Bewohner befürchteten zudem, dass durch die Bebauung der Straße Buslinien wegfallen und der Verkehr ins Stocken geraten könnte. Selbst wenn der Bezirk betonte, dass die Straße weitestgehend nicht zurückgebaut wird. Für den größten Unmut unter Anwohnern sorgte unter andern das Wegfallen von Parkplätzen in der Michelangelostraße. Baustadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) hielt jedoch dagegen, dass ein Teil der Parkplätze an anderer Stelle ersetzt werde. Zudem sagte der Stadtrat, dass der Gewinnerentwurf im Vergleich zu anderen eingereichten Vorschlägen eine niedrige Bebauungsdichte habe. Außerdem würden neben dem benötigten Wohnraum auch neue, dringend benötigte Sportanlagen entstehen.

lal

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