Keine Luxus-Sanierungen für Heerstraße Nord

Immobilien-Deal: Neuer Besitzer von 4.100 Wohnungen verspricht Erhöhungen nur im Rahmen des Mietspiegels

Früher gehörten sie dem städtischen Wohnungsunternehmen GSW, dann dem börsennotierten Unternehmen „Deutsche Wohnen“ und jetzt der ADO Properties GmbH. Die Rede ist von rund 4.100 Wohnungen im Gebiet Heerstraße Nord, die kürzlich verkauft worden sind. Insgesamt wechselten sogar 5.750 Wohnungen für 375 Millionen Euro den Besitzer – die restlichen Wohnungen befinden sich in Reinickendorf.

Gutes Verhältnis

Die Miete in den verkauften Wohnungen beträgt bisher im Schnitt 5,10 Euro kalt pro Quadratmeter. Was erwartet die Mieter bei dem neuen Besitzer? „Wir sind seit fast zehn Jahren auf dem Berliner Markt tätig und wissen, dass zufriedene Mieter der Schlüssel für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung unseres Bestandes sind. Deshalb freuen wir uns auf ein gutes Verhältnis mit unseren neuen Mietern“, sagt Rabin Savion, Vorsitzender der Geschäftsführung von ADO Properties. Das Unternehmen gehört zum führenden israelischen Immobilien- und Infrastruktur-Konzern Shikun & Binui und ist weltweit tätig. Es wurde vor rund 80 Jahren gegründet und hat seitdem mehr als 190.000 Wohnungen entwickelt.

Der Wechsel des Eigentümers habe auf die Miethöhe keinen Einfluss, der rechtliche Rahmen sei durch das Mietrecht und den Mietspiegel vorgegeben. Es sei aber unehrlich, in einem seit Jahren von Mietsteigerungen geprägten Markt den Mietern zu versprechen, dass es keine Mieterhöhungen geben werde. Dabei wolle sich das Unternehmen aber nicht nur am rechtlich Möglichen, sondern auch an für die Mieter Verkraftbarem orientieren. Welcher Mietpreis wird bei neuen Verträgen aufgerufen? „Das richtet sich nach der Lage des Gebäudes, der Gebäudequalität, dem Zustand der einzelnen Wohnung sowie der Nachfrage. Übrigens haben wir beste Erfahrungen damit gemacht, uns bei der Auswahl von Neumietern nicht allein an der Miete zu orientieren, sondern auch daran, dass die neuen Mieter in die Hausgemeinschaft passen“, sagt Rabin Savion. Er betont weiter, dass ADO Properties ein langfristig ausgerichtetes Wohnungsunternehmen sei.

„Mit der Übernahme der Häuser in Spandau und Reinickendorf erweitern wir unseren Bestand deutlich und haben für sie bereits einen Instandhaltungs- und Modernisierungsplan entwickelt. Wir werden die Qualität der Häuser und Wohnungen nach und nach in einen zeitgemäßen Zustand versetzen, ohne preistreibende Luxus-Sanierungen vorzunehmen. Wir möchten, dass unsere Mieter gern bei uns wohnen, denn das ist die Basis unseres wirtschaftlichen Erfolges.“

Preiskampf

Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften hätten das Immobilienpaket auch gern erworben, um die Mietpreisentwicklung zu dämpfen, aber ihr Gebot muss durch die Mieteinnahmen gedeckt sein.

Anke Walter / Bild: Archiv/Anne Langert

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