Spandaus Flirt mit der Clubszene

Kreativ-Studie: Der Bezirk lockt Kulturschaffende mit attraktiven Räumen

Spandau auf dem Weg zum jungen, kreativen „In-Bezirk“. Platz für Musik-Veranstaltungen ist da und das Bezirksamt gibt sich offen für Genehmigungen. Kreative Köpfe sollen mit attraktiven und bezahlbaren Räumen gelockt werden. Das wurde auf einer Pressekonferenz, auf der die Machbarkeitsstudie „Gemeinsame Orte für die Spandauer Kreativwirtschaft“ vorgestellt wurde, deutlich.

Gute Zusammenarbeit

„Es adelt Spandau, dass Sie auch teilnehmen“, begrüßt Bezirksstadtrat Carsten Röding Thomas Scheele von der „Clubcommission“, ein Zusammenschluss von Berliner Club-, Party- und Kulturereignisveranstaltern. Scheele gibt das Kompliment zurück. „Die Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt klappt so gut wie nirgends sonst in der Stadt. Wir suchen immer ungewöhnliche Locations und Spandau hat was zu bieten. Junge Veranstalter werden hier willkommen geheißen.“

Lautstarke Konzerte

Was Spandau zum Beispiel zu bieten hat, sind 100.000 Quadratmeter Nutzfläche auf dem Grundstück Gartenfelder Straße 28. Es ist durch den Bus X 33, der alle sechs Minuten zum Bahnhof Spandau fährt, und durch die U6 Saatwinkler Damm gut angebunden. Es gibt reichlich Parkplätze und vor allem keine Anwohner. Lautstarke Konzerte können also stattfinden, an- und abfahrende Besucher stören keine Anwohner. „Teile der Gebäude auf dem Gelände sind an kreative Betriebe vermietet, aber die haben nichts gegen eine Open-Air-Veranstaltung einzuwenden“, betont Jens Schönwetter, Geschäftsführer der IFM Inselstadt Facility Management, ein Unternehmen, das sich auf die Betreuung und Entwicklung von gewerblichen und industriellen Objekten spezialisiert hat. Die Machbarkeitsstudie wurde vom Planungsbüro coopolis in 18 Monaten erarbeitet.

Es ging darum, Standorte zur Ansiedlung von elf Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft zu finden. Dazu gehören zum Beispiel Architektur, Musik oder Werbung – sowohl freiberuflich arbeitende Künstler und Kulturschaffende als auch Kleinstunternehmer wie Kunsthändler, Agenten und Galeristen. „Wir haben erst mal eine Bestandsaufnahme und eine Bedarfsanalyse gemacht und festgestellt, dass über 500 Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft bereits in Spandau sind“, erklärt Stefanie Raab von coopolis. 45 Prozent der befragten Kreativunternehmer arbeiten in der eigenen Wohnung, Fast die Hälfte wünscht sich aber einen Arbeitsplatz in einem kulturwirtschaftlichen Zentrum, auch um Netzwerke zu schaffen. Die Nachfrage nach Räumen ist also groß und wird angesichts der Enge im Innenstadtbereich immer größer. „Das ist Spandaus Chance“, sagt Stefanie Raab. „Wir stellen in der Studie zehn Standorte mit Potenzial vor.“ Das sind: Breite Straße 25-–9 und 30, Kirchgasse 3, Brunsbütteler Damm 132–142 und 414, Neuendorfer Straße 64–69, BIMA-Gelände, Gartenfelder Straße 28 sowie 29–37, Telegrafenweg 21, Havelwerke und Alt Gatow 30. „Mit der Ansiedlung der Kultur- und Kreativwirtschaft erhoffen wir uns für Spandau neue Impulse und eine positive Imagebildung. Diese Studie ist als Vorarbeit zu sehen und wir hoffen, dass das Projekt auch fortgesetzt werden kann. Auf jeden Fall bieten wir eine Willkommenskultur“, erläutert Bezirksstadtrat Carsten Röding.

Anke Walter / Bild: Sebastian Klinke

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