Eine Freizeitoase auf Zeit

Stadtplanung: Bürger entwickeln Ideen für Gestaltung und Nutzung des Geländes am Ostkreuz

Noch prägen riesige Kräne und Sandberge die Landschaft rund um den Bahnhof Ostkreuz. Jetzt können die Anwohner in einer Ideen-Werkstatt das Gebiet zwischen Kynaststraße und Markgrafendamm mitgestalten. Auf den ersten Blick, kein Luxusareal: 9.300 Quadratmeter dicht an den Gleisen. 2018 soll die Baustelle dann endgültig verschwunden sein. Noch gehört das Grundstück der Bahn, der Bezirk soll die Zwischennutzung übernehmen. Darum müssen jetzt rasch gute Ideen her.

Viele Nutzergruppen

Unterstützung gibt es von der Urban Research and Design Laboratory der Technischen Universität. „Zusammen mit unseren Studenten haben wir uns schon ein paar Gedanken gemacht. Es gibt auch ein paar Entwürfe und wir freuen uns, wenn es viele neue Vorschläge von den Teilnehmern gibt“, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts, Bettina Bauerfeind. Das große Ziel ist, möglichst viele Nutzergruppen zu erreichen. Darum schweben den Studenten vor allem ein Freilufttheater, ein Sonnendeck und Gemeinschaftsgärten vor. Im Sommer könnten dort Konzerte, Lesungen und interkulturelle Begegnungen stattfinden. „Natürlich wissen wir, dass es nicht einfach wird“, sagt Tobias Trommer, Pressesprecher der Initiativen rund ums Ostkreuz. „Kostenlose Angebote müssen mit kommerziellen zusammenlaufen. Ein Café oder eine Strandbar wären nicht schlecht.“ Eine weitere Idee ist der Fahrradweg bis nach Stralau. „Der würde nebenbei die Viertel untereinander verbinden“, so Bauerfeind. Zum Start warfen alle Gäste und Planer mit „Seed Balls“ – Erdkugeln mit Blumensamen.

Für Flower Power und friedliche Lösungen

Trommer: „In ein paar Jahren soll hier die Autobahn 100 verlaufen. Dann müssen alle Nutzer die Fläche räumen.“ Keiner weiß, wann diese temporäre Nutzung auslaufen wird. Trommer ist sich sicher, dass es ein paar Jahre dauern wird. Vielleicht bis 2025. Er befindet sich schon in Verhandlungen mit dem Bezirksamt und der Bahn. „Am besten wäre es, wenn die Autobahn gar nicht gebaut wird. Aber der Tunnel dafür ist bereits angelegt und das wird die Bahn nicht umsonst gemacht haben“, sagt er. Wenn auch das Ende noch nicht klar ist, der Anfang steht: Ab 2018 gibt die Bahn die Fläche frei. Günstig, wie es heißt. Der Wunsch der heutigen Eigentümerin: Das Bezirksamt soll entscheiden, wer mieten darf und Verantwortung übernimmt. „Hauptsache es wird sportlich und kulturell“, sagt Trommer. Um herauszufinden, was den Menschen am Ostkreuz fehlt, ist die zweite Ideenwerkstatt schon geplant. Mehr als 200 Leute nahmen bei den Streifzügen und Thementischen des ersten Workshops teil. Die Auswertung läuft.

www.ostkreuz.eu

Viktoria Graf (Text und Bild)

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