BMW gibt Gas in Spandau

Wirtschaft: Bayerischer Konzern investiert 100 Millionen Euro in Spandauer Motorradwerk

In Spitzenzeiten rollt alle 72 Sekunden ein Motorrad vom Band, insgesamt bis zu 680 am Tag. 2014 schafften die rund 2.000 Mitarbeiter eine Rekordjahresproduktion von über 125.000 Motorrädern und Scooter. BMW am Juliusturm ist nach Siemens, Daimler und Vattenfall der viertgrößte industrielle Arbeitgeber Berlins. Für den Konzern aus Bayern ein guter Grund, 100 Millionen Euro in sein Spandauer Werk zu investieren.

Modernste Logistik.

Dadurch soll das Produktionsvolumen nahezu verdoppelt und das weltweit modernste Logistikzentrum in der Motorradbranche gebaut werden. Bereits im Herbst findet der erste Spatenstich statt. Dafür hatte BMW vor drei Jahren das rund 40.000 Quadratmeter große Nachbargrundstück gekauft, auf dem ursprünglich Investoren ein Bürocenter errichten wollten. Das Logistikzentrum wird eine Gebäudefläche von 35.000 Quadratmetern über zwei Ebenen haben. Ein 40 Meter hohes Hochregallager mit 32.000 Stellplätzen wird das weithin sichtbare Herzstück bilden. Dieser Neubau findet direkten Anschluss an die Produktion, wodurch bis zu 500 werksinterne Transporte am Tag eingespart werden. Täglich können so mehr als eine Million Teile in die Montage gebracht werden. Die Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums ist für 2017 geplant. Rund 100 neue Arbeitsplätze entstehen hier.

Klares Bekenntnis

„Die Investitionen der nächsten Jahre sind ein klares Bekenntnis zum Standort Berlin und sichern unsere hohe Leistungsfähigkeit. Aber natürlich brauchen wir auch eine erstklassige Mannschaft an Bord. Hier sind wir sehr gut aufgestellt. Neben der sehr guten Infrastruktur und Verkehrsanbindung überzeugt vor allem die Vielzahl hoch qualifizierter Fachkräfte“, sagt Werksleiter Dr. Marc Sielemann. Seit 1969 ist der Standort Berlin das Stammwerk für BMW-Motorräder und blickt damit auf mehr als 45 Jahre Produktionsgeschichte zurück: Bis 1945 wurden hier Flugzeugmotoren hergestellt. Vier Jahre später begann die Produktion von Motorradteilen, nach und nach wurde die Fertigung komplett nach Spandau verlegt. Bisher verließen über 2,74 Millionen Zweiräder die Produktionshallen. Innerhalb des internationalen Produktionsnetzwerkes mit Montagewerken in Brasilien und Thailand ist Spandau das einzige Vollwerk der BMW-Gruppe und bildet so das starke Rückgrat der Motorradproduktion. Anlässlich eines Besuchs bei BMW freute sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller: „BMW und Spandau verbindet eine jahrzehntelange Geschichte. Ich freue mich darum sehr über die geplanten Investitionen. Sie zeigen, dass Berlin wieder ein attraktiver Standort für hochmoderne Industriebetriebe ist.“

Titelbild: Zu Besuch bei BMW (v.l.): Werksleiter Marc Sielemann, Bürgermeister Michael Müller,
Senatorin Cornelia Yzer, Bezirksbürgermeister Kleebank und Bezirksstadtrat Röding.

Anke Walter / Bild: Bezirksamt Spandau

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