Edelsteine für eine bessere Welt

Soziales: Die Schülerfirma Steinbrücke engagiert sich für Straßenkinder in Madagaskar und Ghana

Vor 19 Jahren wurde die Schülerfirma Steinbrücke an der Waldorfschule im Märkischen Viertel gegründet. Das Geschäftsmodell, ganz einfach: Die Schüler und Lehrer kaufen Edelsteine bei Großhändlern ein und verkaufen sie mit Gewinn auf Basaren und Märkten. Der Reinerlös kommt zu 100 Prozent Kinderprojekten in der Dritten Welt zugute.

Wie die Großen

Die Steinbrücke ist eine beim Gewerbeamt und beim Finanzamt angemeldete GbR. Die Abläufe sind wie bei einer richtigen Firma: Wöchentliche geschäftsführende Sitzung, Organisation der fünf bis sechstägigen Einkaufsfahrt nach Idar-Oberstein und die Verkaufsplanung für rund 16 Bazare und Straßenfeste. Und jedes Jahr gibt es eine abschließende Hauptversammlung. Nur etwas unterscheidet die Schülerfirma vom professionellen Mineralienhandel: Alle arbeiten ehrenamtlich und der Chef wechselt monatlich. Und jetzt hat die Firma auch noch eine Filiale. Vor einem Jahr waren die Schüler der Waldorfschule Havelhöhe bei einem Besuch im Märkischen Viertel so von der Geschäftsidee begeistert, dass sie bei Steinbrücke mitmachen wollten. „Das hat uns natürlich sehr gefreut. Schnell war ein Konzept für die Zusammenarbeit erstellt und verabschiedet. Ein eigenes Warenlager, eigene Verkäufe, gemeinsame Entscheidungen über die Gewinnverteilung – das zurückliegende Jahr verlief mit Erfolg“, erzählt der Lehrer Michael Benner.

Für den guten Zweck

Die Schüler sind mit viel Herzblut dabei: „Seit der Gründung spendet Steinbrücke regelmäßig Geld an das Straßenkinderprojekt Zaza Faly in Madagaskar. Kürzlich wurde dort eine Krankenstation aufgebaut, die die Kinder einerseits medizinisch versorgt und ihnen anderseits auch einen Rückzugsort bietet.“ Durch die umsatzstarken Aktionen der Schüler aus Havelhöhe kann Steinbrücke in diesem Jahr einen ungewöhnlich hohen Jahresgewinn von 10.000 Euro verbuchen. 7.000 Euro davon fließen an die Projekte Zaza Faly und die Baobab-Children-Foundation in Ghana, die von Steinbrücke zum Teil schon seit 19 Jahren unterstützt wird. Die verbleibenden 3.000 Euro sollen Flüchtlingsprojekten zugutekommen. „Alle 24 Mitglieder der Steinbrücke hoffen, dass sich möglichst viele Schüler der 8. und 9. Klassen aus der Waldorfschule Havelhöhe entscheiden, an diesem Erfolgsprojekt weiter teilzunehmen“, sagt Benner. Durch die Firma bekämen die Schüler die Möglichkeit, Teil eines gemeinschaftlichen wohltätigen Projektes zu sein und neue Interessen und Fähigkeiten bei sich selbst zu entdecken. Und das Gefühl, armen Menschen helfen zu können, sei überwältigend. Davon könne jeder Schüler im späteren Leben profitieren.

Anke Walter / Bild: Michael Benner

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