Wildbienen haben ihr Hotel bezogen

Wildbienen haben ihr Hotel bezogen

Es summt und brummt vor der vegetarischen Mensa in der Van‘t-Hoff-Straße, denn seit Neuestem steht hier ein Hotel Wildbiene auf der angrenzenden Wiese. Die unter fachmännischer Anleitung der „Initiative Berlin summt“ errichtete Holzkonstruktion dient der bedrohten Spezies als Schutzraum und Nisthilfe.

Großes Projekt

„Wildbienen brauchen auch einen Ort, um ihre Eier abzulegen und die Brut mit Pollenbrot, einem Nektar-Pollengemisch, zu versorgen“, erklärt Karola Braun-Wanke von der Nachhaltigkeitsinitiative „SUSTAIN IT!“ an der Freien Universität, die den Bau gemeinsam mit „Berlin summt“ und dem Studentenwerk in Angriff genommen hat. Die Initiative hat dabei schon häufiger Mitmach-Aktionen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf dem Campus der FU Berlin durchgeführt und auch das etwas andere Hotel fügt sich in ein größeres Projekt ein. So wurden im April wilde Sommerblumen auf der Studentenaue vor der Mensa ausgesät. Und schon im vergangenen November brachten etwa 200 Studenten über 13.000 Zwiebeln von Frühblühern in die Erde. Trotz Nieselregens nahmen dabei viele Mensa-Besucher spontan den Spaten in die Hand – nun blühen Krokusse, Traubenhyazinthen und Blausterne vor der Mensa und dienen den Bienen als Nahrungsquelle. Auch am neuen Hotel Wildbiene beteiligten sich studentische Helfer. Zwar wurde das eigentliche Gebäude von einem erfahrenen Tischler und dem Berliner Imker Jürgen Spethmann gebaut, der früher Koch beim Studentenwerk war. Doch beim Bestücken der einzelnen Bausteine der Nisthilfe wurden die Initiatoren in der letzten Woche wieder von Studenten unterstützt.

Population schrumpft

„Mit diesen Aktionen wollen wir auf den Rückgang der Population bei den Wildbienen in Berlin und Deutschland und auf ihre enorme Bedeutung als Bestäuber unserer heimischen Flora aufmerksam machen“, sagt Braun-Wanke. Durch die Nisthilfe könnten interessierte Menschen auf dem Campus die ökologisch wichtigen Bestäuber-Insekten selbst in Augenschein nehmen.

„Im Frühjahr und Sommer kann dort das Brutgeschäft der weiblichen Mauer-, Blattschneider- oder Wollbienen beobachtet werden. Zusätzliche Informationen zu dieser Aktion liefern Infotafeln“, berichtet die Projekt-Koordinatorin.

Die Beobachtung ist dabei übrigens ohne Risiko. Niemand müsse befürchten, dass sich plötzlich ungebetene geflügelte Gäste auf dem Dessert beim Mensa-Essen tummeln, meint Karola Braun-Wanke: „Wildbienen sind sehr friedfertig und greifen Menschen beim Essen auch nicht an.“ Kein Wunder, dass das Projekt bisher viele positive Rückmeldungen erhalten hat. „Studierende haben nachgefragt, ob wir auch an anderen Standorten der Uni eine ähnliche Aktion durchführen könnten. Sofern sich eine Finanzierung finden lässt, spricht von unserer Seite nichts dagegen“, so Braun-Wanke.

Philip Aubreville / Bild: Karola Braun-Wanke

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