Donnergott macht Hoffnung

Kunstaktion: Weltstar Gene Simmons wirbt im Bezirk für Kinderrechte und Frieden

Dunkle Wolken ziehen auf, als auf dem Hof des „Wohnheims Treptow“ des Unionhilfswerks alles auf Gene Simmons wartet. Eigentlich die perfekte Kulisse für den Sänger und Bassisten von „Kiss“. Seit Jahrzehnten sorgt der 65-Jährige mit seiner Einlage als maskierter „God of Thunder“ (Donnergott) bei dem gleichnamigen Hit der Hard-Rock-Band auf der Bühne für Furore. Als der Amerikaner mit seiner Entourage wenige Tage vor dem Berliner Konzert endlich eintrifft, klart es auf. Das ideale Ambiente für den Anlass des Besuchs, denn dieser steht im Zeichen der Hoffnung. Auf dem Areal an der Eichbuschallee bemalen Kitakinder, Senioren und Menschen mit Behinderung zwei Segmente der Berliner Mauer mit farbenfrohen Hauptstadt-Szenen.

„Der Mauerfall zeigt, dass am Ende die Hoffnung siegt“, sagt Norbert Prochnow, der Geschäftsführer des Unionhilfswerks. Später sollen die Mauerstücke als Symbol für Frieden und Verständigung vor der Zentrale des Unternehmens in Kreuzberg aufgestellt werden. Ein Anliegen, das Simmons mit seinem Namen und inhaltlich unterstützt. Weltweit engagiert sich der ehemalige Grundschullehrer für Kinderrechte. „Kinder werden immer um ihre Freiheit kämpfen“, sagt er. „Man kann die Menschen nicht auf Dauer einsperren, ob in Nordkorea oder in Russland. Der Mauerfall ist nur ein winziger Teil dieser Geschichte.“ An der Eichbuschallee unterschreibt er mit der New Yorker Künstlerin Sheila Lamb-Gabler auf den Mauerstücken und pinselt Schafe an die Hofmauer – als Friedenssymbole. Aus ähnlichem Grund ist Simmons an diesem Tag im FEZ an der Wuhlheide zu Gast: um aus Anlass des Kindertags ein Mauerelement mit dem Porträt der Kinderrechtsaktivistin Malala
zu signieren.

Nils Michaelis(Text und Bild) 

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