Krieger macht Druck

Pankower Tor: Möbel-Unternehmer ändert seine Pläne und stellt ein Ultimatum

Die Karten für das Großprojekt Pankower Tor sind neu gemischt. Möbel-Unternehmer Kurt Krieger hat in einem Schreiben an den Senat mitgeteilt, dass seine Planungen nun ein 30.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum am Westende der riesigen Brache hinterm S-Bahnhof Pankow vorsehen. Bisher beinhalteten die Krieger-Pläne eine Shopping-Mall in der Größenordnung der Schönhauser Allee Arcaden (und somit deutlich kleiner als die gern zum Vergleich herangezogene Alexa), sowie einen Möbel Höffner und einen Möbel Sconto am östlichen Ende der Brache, nahe der Prenzlauer Allee und dem Autobahnzubringer. Aus offenbar rechtlichen Erwägungen heraus kam nun Kriegers Sinneswandel. Es heißt, es habe erhebliche Zweifel daran gegeben, die Ostvariante ohne Klageverfahren durchsetzen zu können. Kriegers neues Einkaufsparadies sei dort – weil zu weit von Alt-Pankow entfernt – eben nicht mehr als Bestandteil des Pankower Zentrenkonzepts, sondern einzeln zu betrachten und damit anfechtbar. Mit dem Heranrücken der Mall an den S- und U-Bahnhof Pankow hofft Krieger, seinen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Zumal alte Planungen des Senats genau diesen Standort an der Berliner Straße favorisierten, wenn damals auch in kleineren Dimensionen.

Stillstand droht

Am Rande der Unterzeichnung der Absichtserklärung für die Elisabeth-Aue beratschlagten Bausenator Andreas Geisel und Pankows Bürgermeister Matthias Köhne (beide SPD) am Montag die neue Sachlage. Dazu gehört auch Kriegers jüngstes Ultimatum, was dieser im Bezirksausschuss für Stadtentwicklung höchstselbst vorgetragen hatte. Ohne Kompromiss werde er sich zurückziehen und das Projekt an die nächste Generation übergeben, wenn bis Weihnachten keine Einigung über das Pankower Tor erzielt werde. Und damit meine er nicht seine 36 Jahre alte Tochter, sondern seinen erst 13 Jahre alten Sohn. Das Grundstück wolle er unbedingt behalten. Damit droht langer Stillstand.

Politik gelassen

Sowohl Senator als auch Bezirksbürgermeister aber sind bemüht, die Dramatik dieser Ankündigung herunterzuspielen. Man werde sich auf keinen Fall unter Druck setzen lassen, hieß es unisono. Köhne kündigte an, sein Bezirksamt werde nun zügig prüfen, inwieweit Kriegers neuester Vorstoß zum Bau des Einkaufzentrum nahe der Berliner Straße rechtlich und planerisch realistisch sei. Kriegers Zugeständnis an Berlin bis zu 750, teilweise sehr günstige Mietwohnungen zu errichten und zudem Grundstücke für zwei Schulen kostenlos zu überlassen, seien weiterhin aktuell.

Anbindung klären

Doch Fragen der Verkehrsanbindung müssten neu untersucht werden. Noch immer geistern Pläne zum Bau einer Pankower Ost-West-Trasse (POW) durch den Senat, obwohl diese den erhofften Grundschulneubau auf dem Areal der heutigen Infobox am U-Bahnhof Pankow vereiteln würde und bisher niemand kompetent die Frage beantwortet, wo diese Trasse überhaupt enden soll. Köhne hofft darauf, dass die POW im Zuge des zu ändernden Flächennutzungsplanes beerdigt wird. Doch zunächst muss seine Verwaltung selbst die neuesten Hausaufgaben erledigen.

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