Einstimmig für Klavier und Trompete

Kultur: Alle Fraktionen wollen Leo-Borchard-Musikschule von der Haushaltssperre ausnehmen

Zahlreiche freie Musikschullehrer schlugen in diesem Frühjahr Alarm: Da die bezirkliche Haushaltssperre die Aufnahme neuer Nachwuchsmusiker an der Leo-Borchhard-Musikschule verhindere und dadurch der Weggang alter Schüler nicht ausgeglichen werden könne, sei ihr ohnehin geringes Einkommen von weiteren Einbußen bedroht.

Image erhalten

Zudem bestehe die Gefahr, dass sich die abgewiesenen Schüler andere Einrichtungen suchen und das Image der renommierten Musikschule Schaden nehmen könnte, argumentierten Kritiker und sammelten online über 1.000 Stimmen für die Ausnahme der Schule von der Haushaltssperre. Flankiert wurde das Vorhaben zudem von einem Antrag, den SPD und Piraten in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einbrachten. Den wollen jetzt auch CDU und Grüne  unterstützen. In dem Antrag wird das Bezirksamt ersucht, „die Auflagen der Haushaltssperre so zu verändern, dass die Leo-Borchard-Musikschule von dieser dahingehend ausgenommen wird, dass sie die Möglichkeit hat, mit Schülern neue Unterrichtsverträge zu schließen und bestehende zu verlängern.“ Dies solle gleichermaßen für Lehrkräfte gelten.

Skepsis bleibt

Schon zu Beginn der Debatte hatte die zuständige Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski angekündigt, dass im darauffolgenden Schuljahr wieder Verträge abgeschlossen werden könnten. Und der CDU-Fraktionschef Torsten Hippe sieht in der Unterstützung des Antrags keine Abkehr von bisherigen Positionen: „Die Musikschule Steglitz-Zehlendorf ist ein Kernstück und eine Erfolgsgeschichte der bürgerlichen Verwaltung unseres Bezirks, sie ist die größte Europas und die bei weitem größte und leistungsfähigste Berlins.“ Trotz der fraktionsübergreifenden Einigkeit bleibt bei den betroffenen Lehrern ein Rest Skepsis. Der Musikschullehrer Dirk Strakhof bewerte das Abstimmungsergebnis im Haushaltsausschuss zwar als „sehr positiv“ und verweist auf eine konkrete Zusage Richter-Kotowskis bezüglich neuer Vertragsabschlüsse.

„Ihr Zusatz aber, dass dabei insbesondere die sozialen Härtefälle bei den Lehrern berücksichtigt würden, lässt ahnen, dass der frühere Zustand wohl nicht wieder so schnell oder vielleicht auch überhaupt nicht wieder hergestellt werden wird“, glaubt Strakhof, einer der stärksten Verfechter für die Aufhebung der Haushaltssperre für die Musikschule.

Zeitprobleme

Zudem hat die Musikschule noch an einem weiteren Problem zu knabbern: Eine neue Software, die seit Anfang Juni im Einsatz ist, veranschlage bis zu acht Wochen Vorlaufzeit für die endgültige Bearbeitung eines Schülervertrags. „Das bedeutet, dass nach Ablauf der Kündigungsfrist Ende August die Verträge aufgrund der Ferien erst im September eingegeben werden, und dann erst frühestens im November zustande kommen“, erklärt Strakhof, der wegen dieser „unnötigen Verschlechterung für Eltern und Lehrkräfte“ auch hier auf Nachbesserungen hofft.

Philip Aubreville / Bild: Adam Taylor/Digital Vision/Thinkstock

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