Ab Mitte August wohnen hier die Flüchtlinge

Falkenberg: Die Container mit Räumen für 280 Personen stehen bereit

Nachbarn, Spaziergänger und Passanten werden es schon längst bemerkt haben: Der Aufbau der Flüchtlingsunterkunft im Falkenberger Hausvaterweg steht kurz vor der Fertigstellung. 94 Meter lang, 17,50 Meter breit und achteinhalb Meter hoch ist das dreistöckige Gebäude, das aus 273 Containern in den vergangenen Wochen zusammenmontiert wurde. „Mit der avisierten Übergabe Mitte Juli an den Betreiber werden wir unsere kalkulierte Bauzeit von 60 Tagen ziemlich exakt einhalten können“, erklärt Detlef Cwojdinski, der Leiter der Task Force „Notunterbringung“ im Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales. Danach wird das Gebäude auf dem ehemaligen, 5.000 Quadratmeter großen BSR-Gelände an den Betreiber, das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk übergeben, die dann noch die Inneneinrichtung mit Möbeln und technischem Inventar vornehmen müssen. „Wir denken, dass wir Anfang August die ersten Bewohner hier unterbringen können“, erklärt Annika Hartmann (34), die die Leitung des Heims mit seinen rund 280 Bewohnern ab Mitte August übernehmen wird. Zehn Mitarbeiter, darunter Kitabetreuer, Sozialarbeiter, Hausmeister und Handwerker werden ihr bei ihrer Arbeit zur Seite stehen. Der Mietvertrag für die Nutzung des Grundstückes mit der BSR läuft zunächst einmal für zwei Jahre.

Grüne Umgebung

Exakt 15,9 Quadratmeter für jeweils zwei Personen werden in jedem der Container zur Verfügung stehen und fünf Küchen und noch mal so viele Aufenthaltsräume in Größen von 30 und 60 Quadratmetern wird es geben, die links und rechts entlang eines mittleren Flures angeordnet sind. Großes Plus des Grundstückes am Hausvaterweges sei das umgebende Gelände mit viel Natur, so Detlef Cwojdinski. „Die Fläche wurde zuvor als Lagerplatz für leere Abfallcontainer genutzt. Hier gab es zuletzt weder Wasser, noch Stromanschluss“, erklärt der Task-Force-Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Soziales. Ein Bolzplatz, ein Spielplatz und sogar die Anpflanzung von Obstbäumen sollen nun das Grundstück auch auf den Freiflächen für die bald einziehenden Bewohner freundlicher gestalten. „Rund 25 bis 30 Prozent der Bewohner werden Kinder sein“, erklärt Cwojdinski, der einräumt, dass generell nicht vorher feststeht, aus welchen Regionen oder Kulturen die Menschen kommen, die hier einziehen werden. Befürchtungen bei den Nachbarn haben sich inzwischen gelegt. „Die letzte Unterschriftenliste, die mich erreichte, hatte gerade mal zwei Unterzeichner“, berichtet Bürgermeisterin Brigit Monteiro (SPD). Auch die letzten Demonstrationen gegen das Heim zählte nur 25 Teilnehmer, ergänzt Detlef Grünberg, der Dienstabschnittsleiter der Hohenschönhausener Polizei. „Der wichtigste Schritt war wohl, dass wir die geplante Flüchtlingszahl von 480 Menschen auf jetzt 280 Personen reduzieren konnten“, berichtet Karin Halsch (SPD), die an diesem Tag die Bürgermeisterin, Pressevertreter, Polizei und Betreiber auf dem Gelände des Flüchtlingsheimes zum Info-Termin trifft. Bei 1.300 Falkenbergern wäre die ursprünglich geplante Quote unverhältnismäßig gewesen. Zu einem gemeinsam gemeinsam mit den Lichtenberger Stadträten Prüfer (Die Linke), Nünthel (CDU) und dem damaligen Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) hatten sie beim verantwortlichen Staatssekretär Dirk Gerstle eine Reduzierung der Plätze erreichen können. Jetzt stünden genügend Schulplätze zur Verfügung, die Ärzteversorgung sei gewährleistet und die Nahverkehrsverbindung mit der Taktverdichtung des 197er- Busses sei optimiert worden. Es scheint also alles vorbereitet zu sein, für den Tag, an dem die Flüchtlinge aus fernen Teilen der Welt hier ihren sicheren Platz finden sollen.

Stefan Bartylla / Bild: Stefan Bartylla

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