Gefahren am Attilaplatz

Aktion: Grüne wollen Maßnahmenkatalog für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Zu einem Vor-Ort-Termin luden Nicole David-Schellack, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, sowie Astrid Bialluch-Liu (ebenfalls Grüne) in der vergangenen Woche auf den Attilaplatz ein. Anwohner und Nutzer rund um den Platz hatten die Möglichkeit, ihre Erlebnisse bezüglich Gefahrensituationen und Beinaheunfällen am Attilaplatz zu schildern. Die Grünen wollen nach Auswertung der gesammelten Ergebnisse einen Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung stellen, der konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation enthalten soll.

Kurze Grünphasen

„Die Resonanz derer, die über Gefahrensituationen rund um den stark befahrenen Attilaplatz berichtet haben, war sehr groß“, sagt Astrid Bialluch-Liu. Viele seien sehr glücklich gewesen, dass nun „endlich mal was passiert“ und das Chaos vor Ort ernst genommen werde. Zum einen kamen immer wieder Beschwerden über viel zu kurze Grünphasen für die Fußgänger auf. Besonders Eltern von Grundschulkindern, die die unweit entfernte Paul-Klee-Grundschule besuchen, kritisierten die Ampelphasen stark. 550 bis 600 Schüler passieren tagtäglich auf ihrem Schulweg den Attilaplatz. „Wenn sie über die Straße gehen, schaltet die Ampel mitten in der Mitte auf Rot, das bedeutet Alltagsgefahr für jedes der Kinder“, sagt Bialluch-Liu, deren Sohn ebenfalls die Paul-Klee-Grundschule besucht. Auch würden viele den Platz von vornherein meiden. Nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer würden lieber Umwege in Kauf nehmen, anstatt sich in das Chaos aus Autofahrern, Bussen und Lkws zu stürzen. „Viele Eltern schicken ihre Kinder auf anderem Weg zur Schule, weil sie sich um ihre Kinder sorgen“, sagt die Grünen-Politkerin. Bürger, die den Platz als Autofahrer benutzen, schilderten die Verkehrssituation als „purer Stress“. Viele Straßen fließen hier zusammen, Ampeln schalten an jeder Ecke. Da falle es schon schwer, die richtige Spur überhaupt zu finden, geschweige denn sorgfältig auf Fußgänger und Radfahrer zu achten, sagt Bialluch-Liu. Ein wahrer Dschungel an Herausforderungen.

Keine Absicht

Ein richtiger „Gefahren-Hotspot“ sei dabei die Kreuzung Manteuffelstraße/Ecke Arnulfstraße. Hier würden Auto- und Busfahrer ständig Radfahrer und Fußgänger schneiden. „Sicherlich nicht mit böser Absicht“, meint Bialluch-Liu. Die Verkehrsstraßenführung sei einfach nur schlecht und nicht durchdacht.

Die Ergebnisse der Befragung stellen nun die Grundlage für zu prüfende Veränderungen am Platz dar. „So schnell wie möglich wollen wir mit Anträgen, die konkrete Maßnahmen enthalten, an die BVV herantreten“, kündigt Bialluch-Liu an. Das Bezirks­amt könne dann bei der Verkehrslenkung Berlin thematisieren, was aus Sicht des Bezirksparlaments geändert werden müsse. „Da muss sich was tun. Der Staat hat eine Gefahrensicherungspflicht für die Schulen. Sie müssen zur Schule und sie müssen am Attilaplatz entlang“, so das Schlusswort der Politikerin.

Sara Klinke / Bild: B90/Die Grünen

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