Stabswechsel im Bezirksamt

Politik: Sozialstadtrat Schmidt wird pensioniert – Nachfolger wird Frank Mückisch

In Norbert Schmidts Dienstzimmer im Zehlendorfer Rathaus ist das Ende seiner Amtszeit förmlich greifbar. Umzugskartons stapeln sich auf dem Boden und an den Wänden wirkt es karg. Im Juli wird der bisherige Stadtrat für Soziales und Stadtentwicklung pensioniert. Der CDU-Politiker will sich dann ehrenamtlich bei den Freimaurern in Berlin-Brandenburg engagieren und mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. „Ich bin jetzt 65 Jahre alt – ich bin meine Strecke gelaufen“, erklärt Schmidt.

Besondere Sympathie

Tatsächlich brachte er zu seinem Amtsantritt im Jahr 2006, damals noch als Stadtrat für Soziales und Sport, eine Vielzahl von Erfahrungen mit. Er arbeitete für Senatoren wie Ulf Fink und Dieter Heckelmann und war Bezirksstadtrat in Tiergarten – für „Volksbildung“. „So hieß das damals“, erklärt Schmidt mit einem Lächeln und erzählt, wie der Konkurrenzkampf zwischen den beiden Teilen Berlins heute unvorstellbare finanzielle Möglichkeiten eröffnete. „Sowohl Ost- als auch West-Berlin wollten der jeweils anderen Seite zeigen, wie gut es ihr ging. Da stand viel Geld zur Verfügung und wurde etwa auch in die Kunst gesteckt“, erinnert sich Schmidt, dem als Stadtrat damals neben Schulen oder Büchereien auch das Kunstamt unterstand. Die besondere Sympathie für diese Einrichtung gesteht Schmidt ohne zu zögern ein, um zugleich von der „spannenden Zeit“ bei der Senatsverwaltung für Inneres zu berichten. Dort war er etwa während der Anschläge am 11. September 2001 für den Zivil- und Katastrophenschutz zuständig. Der Sprung vom Kunstliebhaber zum begeisterten Innenpolitiker – er passt zu Schmidt, der für seine Ämter im Bezirk weniger thematische Vorkenntnisse als allgemeine Management-Fähigkeiten für nötig hält. „Sie müssen vor allem Prozesse beurteilen und steuern“, meint Schmidt und verweist auf den Stab „hochqualifizierter Mitarbeiter“ im Bezirksamt: „Ein Stadtrat muss nicht alles selbst machen.“ Ein leichtes Tätigkeitsfeld sei aber insbesondere das Ressort für Soziales nicht. „Wenn die Budgets eingehalten werden, ist das das Optimum“, sagt Schmidt, der andererseits nicht ohne Stolz auf Projekte wie das Stadion Wannsee oder das Hockeystadion verweist, die er in seiner Amtszeit begleitete. Für „sehr respektabel“ hält der scheidende Stadtrat auch den Bau von 2.500 Wohnungen in Lichterfelde-Süd und bedauert ein wenig, hier als Stadtrat nicht mehr dabei zu sein. Insgesamt gehe er „leichten Herzens und ohne zornigen Blick zurück“, sagt Schmidt.

Kompenter Nachfolger

Schmidts Parteifreund Frank Mückisch ist als sein Nachfolger vorgesehen. Der 59-Jährige saß zuletzt als Bürgerdeputierter im Gesundheitsausschuss, kennt die Themen seiner künftigen Ressorts aber aus seiner Zeit als Bezirksverordneter. „In dieser Zeit war ich unter anderem Mitglied des Bau-, Verkehrs- und Sozialausschusses“, sagt Mückisch, der bisher bei der Deutschen Rentenversicherung am Fachbereich Sozialversicherung der Hochschule des Bundes beschäftigt war. Seine hier gesammelten Erfahrungen dürften auch in seine Tätigkeit als Stadtrat mit einfließen. „Mit Blick auf die demografische Entwicklung im Bezirk wird der Bereich ‚Soziales‘ an Bedeutung zunehmen“, prophezeit Mückisch.

Philip Aubreville / Bild: Aubreville

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