Ältere fürchten unbezahlbare Mieten

Wohnen: Sondersitzung der Bezirksverordneten zu seniorenpolitischen Themen

Bezahlbarer Wohnraum für ältere, oft alleinlebende Menschen, vielleicht noch mit gesundheitlichen Einschränkungen, ist in Pankow immer schwerer zu finden. „Vor allem alleinlebende Frauen müssen oft ihre liebgewordene Wohnung verlassen, da sie trotz langjähriger Berufstätigkeit die Miete von der Rente nicht mehr bezahlen können. Perspektivisch wird die Anzahl dieser Menschen zunehmen“, sagt Irene Krombach vom Stadtteilzentrum Pankow.

Berliner Modell

Das Thema stand im Mittelpunkt der Sondersitzung der Bezirksverordneten zu seniorenpolitischen Fragen. Altersgerechter oder gar behindertengerechter Wohnraum sei kaum mehr zu finden, kritisierte Krombach. Auf die konkrete Frage, was der Bezirk tun will, um die Situation zu verbessern, antwortete Sozial-Stadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD): „Das Problem ist, dass der Bezirk nicht selbst Wohnungen baut. Wir können nur dazu anregen!“ Baustadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) verwies darauf, dass das Bezirksamt mit den städtischen Gesellschaften Gesobau und Gewobag vertragliche Vereinbarungen getroffen habe, damit einkommensschwache  Haushalte, zum Beispiel nach Modernisierungen, in ihren Wohnungen verbleiben können. Dies gelinge durch Härtefallregelung, Wohnungstausch und Verzicht auf Mieterhöhungen. Das „Berliner Modell zur kooperativen Baulandentwicklung“ sichere, dass ein Viertel aller Neubau-Wohnungen mietpreis- und belegungsgebunden entstehen, wenn das Land für einen privaten Investor Baurecht über B-Plan-Verfahren schafft. Zudem soll preiswerter Wohnraum durch Neubauvorhaben kommunaler Gesellschaften geschaffen werden. In Pankow sind das insbesondere die Bereiche Elisabethaue, Michelangelostraße und nördlich des Thälmannparks. Trotzdem sagt Kirchner: „Preiswerter Wohnraum kann nicht in ausreichendem Maße durch Neubau geschaffen werden.“ Der Erhalt bezahlbaren Wohnraums bleibe gesamtstädtische Aufgabe. In der Aktuellen Stunde zur Frage „Pankow wächst – ein Bezirk für alle Generationen?“ betonte Doris Fiebig, Vorsitzende der Seniorenvertretung: „Senioren bewegen immer dieselben Themen: Wohnen ist die Nummer eins!“ Aber auch Öffentlicher Personennahverkehr, abgesenkte Bürgersteige, die Qualität der Straßen und Gehwege sowie das Zusammenleben von Auto- und Radfahrern sowie Fußgängern blieben aktuell.

Mehr Platz

Zwei gute Nachrichten gab es:  Bald hat der Bezirk einen dritten Pflegestützpunkt, und zwar in der Berliner Allee 261–263 in Weißensee. Außerdem kann der Ausbau des Seitenflügels des Stadtteilzentrums Pankow beginnen. Dorthin soll die Begegnungsstätte aus der Breiten Straße möglichst schon 2016 umziehen.

Michael Hielscher (Text und Bild)

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