Asia-Town präsentiert großen Masterplan

Visionen: Ein Medical-Center und eine Nudelfabrik könnten das Dong-Xuan-Center komplettieren.

In den bunten Läden entlang der endlos langen Gänge des Dong-Xuan-Centers findet sich ein riesiges Angebot an Textilien, Kleinelektronik und Accessoires. Längst ist aus dem Großhandel für asiatische Kleinunternehmer ein riesiges Handelszentrum geworden, in dem internationale  Händler zahlreiche Angebotsnischen gefunden haben. Damit das Geschäft im Dong-Xuan-Center an der Herzbergstraße auch weiterhin floriert, machen sich Geschäftsführer Nguyen Van Hien und seine Geldgebern schon seit geraumer Zeit Gedanken und entwickeln Visionen zur weiteren Expansion.

Viele Details

Visualisierungen zu einem Masterplan der Dong-Xuan-Macher wurden in der vergangenen Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Lichtenberger Rathaus präsentiert. Demnach könnte sich das gesamte Gewerbeviertel dort völlig neu sortieren. Aktuell wird das ehemalige Laborhaus zu einem Gästehaus mit 166 Betten umgebaut. Bald soll die Einrichtung eines Kulturhauses folgen und mit mächtig Zukunftsmusik sind ein vierstöckiges Parkhaus, ein asiatisches Medizin-Center sowie ein eigener Wohnblock mit Betriebswohnungen für Angestellte des Dong-Xuan-Centers geplant. Zwei weitere Gewerbehallen sollen auf dem Gelände dazu kommen und weitere große Flächen sind für Vermietung avisiert. Auch die Errichtung einer Nudelfabrik auf dem östlichen Teil des Geländes ist geplant. „Unser Zeit-Horizont für die Umsetzung beträgt ungefähr fünf Jahre“, erklärt Steffen Cwienk, der Prokurist der Dong-Xuan GmbH die Planungen. „Großes Hindernis zur Umsetzung ist die Ausweisung des Areals als Gewerbe- und Industriegebiet. Um eine teilweise Umwidmung zu einem Mischgebiet zu erreichen, in dem auch Wohnen und nicht störendes Gewerbe möglich ist, setzen wir uns nun ein“, so Wolfgang Engels, der als Mitglied des Wirtschaftsausschusses die Verhandlungen begleitet. Für ihn steht fest, dass neue Industrieunternehmen hier sowieso nicht mehr herziehen werden. „Dafür ist der Berliner Stadtrand viel geeigneter“, so Engels mit einem Hinweis auf den Nordosten des Bezirks. „Viele der am Dong-Xuan-Center geplanten Projekte, wie die Großhandelshallen und das Parkhaus sind umsetzbar. Allein eine Umwidmung zu einem Mischgebiet ist ein ganz dickes Brett, das erst einmal gebohrt werden muss“, erläutert Stadtrat für Stadtentwicklung, Wilfried Nünthel (CDU), der weiß, dass mit Bedenken im Senat und Abgeordnetenhaus zu rechnen ist, da eine Widmungsänderung Begehrlichkeiten auf Nachbargrundstücken zur Folge haben könnte.

Flächen mit Wohnnutzung haben schließlich einen erheblich höheren Wert als Grundstücke mit Industrienutzung. „Wir würden mit der Umwidmung alle preislich günstigen Angebote in der Nachbarschaft für gewerbliche Nutzung in Frage stellen“, erläutert der Stadtrat. Zudem könnte bestehendes produzierendes Gewerbe durch neue Wohnnutzungen in der Nachbarschaft gefährdet werden. Bewohner in neuen, genehmigten Wohnhäusern könnten gegen lautes oder anderes störendes Gewerbe „im Nachhinein“ juristisch eine Unterbindung erreichen. „Teile des Masterplans sind problemlos umsetzbar. Zur geplanten Wohnnutzung kann es sehr schwer und langwierig werden beim Senat und dem Bezirk Genehmigungen zu erhalten“, so das Resümee des Stadtrates zu der Asia-Town-Perspektive an der Herzbergstraße.

Stefan Bartylla / Bild: Planungsbüro p4930

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