Studenten als Bildungs-Trainer

Soziales: Paten betreuen Schüler auf dem Weg in eine bessere Zukunft

Angst, mangelndes Selbstbewusstsein, keine Bildungsvorbilder: Das alles sind Gründe, warum es manche Kinder schwer haben, in der Schule erfolgreich zu sein. Um diese Mädchen und Jungen kümmern sich seit einem Jahr zehn Studenten in der Neustadt (Kleine Mittelstraße 9). Sie arbeiten als Schülerpaten für Education Point. „Das Programm ist für Schüler der 5. und 6. Grundschulklassen gedacht. Dabei betreut jeder studentische Mentor etwa zwei Schüler, um sie auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen“, erklärt die Studentin für Wirtschaftsingenieurwesen, Mirjam Landowski. Die Idee zu diesem Projekt entstand während ihrer langjährigen Sozialarbeit für den Verein Spandauer Jugend. Dabei erkannte sie, dass Kinder, deren Eltern weniger gut ausgebildet sind, es oft schwerer hätten in der Schule voranzukommen und gute Leistungen zu erzielen. „Weniger gebildete Eltern sind deshalb aber keine schlechten Eltern. Unsere Arbeit besteht darin, das Selbstbewusstsein der Kinder, egal welcher Herkunft, zu stärken und ihnen ihre Chancen und Talente aufzuzeigen“, sagt Landowski. Die Schülerpaten nehmen sich vier Stunden in der Woche Zeit für ihre Schützlinge. Sie helfen bei den Hausaufgaben, gestalten mit ihnen ihre Freizeit. Mirjam: „Viele Eltern und Kinder scheuen sich davor, ihr gewohntes Umfeld zu verlassen. Der Kiez bietet ihnen Schutz. Was sie nicht kennen, macht ihnen Angst.“ Diese Angst wollen die Studenten den Kindern durch gemeinsame Ausflüge und Museumsbesuche nehmen. Dadurch lernen die Schüler die Stadt kennen, erweitern ihren Horizont und entwickeln eigene Interessen. Das hilft bei der Zukunftsgestaltung. Durch die enge Beziehung zwischen Mentor und Schüler können individuelle Lern- und Motivationsprobleme erkannt und gezielt bekämpft werden. Für den langfristigen Erfolg ist es jedoch wichtig, dass die Eltern und die Schule dieses Projekt aktiv unterstützen. Deshalb stehen neben den Eltern auch die Lehrer in regelmäßigem Kontakt mit den Mentoren und werden von Anfang an in das Projekt integriert. Leider wird „Education Point“ nur noch ein Jahr vom Quartiersmanagement gefördert. Die Studenten machen ihren Job zwar ehrenamtlich, aber sie brauchen einen Besprechungs- und Schulungsraum und eine Möglichkeit, sich mit den Kindern zum Lernen zurückzuziehen.

Anke Walter / Bild: A. Walter

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