Politiker warnen vor Kita-Chaos

Erziehung: 942 Plätze werden 2018 in Charlottenburg-Wilmersdorf fehlen

Es wird eng bei den Kitaplätzen in Charlottenburg-Wilmersdorf. Durch das Ende der Früheinschulung  im Sommer 2017 tritt in den Folgejahren ein weitaus höherer Bedarf an Betreuungsangeboten ein. „Kein hausgemachtes Problem“, erklärt Heike Schmitt-Schmelz (SPD), weil es ganz Berlin treffen wird. „Doch die Verschiebung des Einschulungsalters wird unseren Bezirk mit besonderer Härte treffen“, schildert Bernd Schwarz vom Bezirksausschuss der Kindertagesstätten (BEAK) die Situation. Im Vergleich zu anderen Bezirken verzeichne Charlottenburg-Wilmersdorf die niedrigste Rückstellungsquote. „Im Sommer 2018 werden 942 Kita-Plätze fehlen, circa 400 davon resultieren aus der Rückstellung, das bedeutet eine Steigerung um 40 Prozent. Das ist heftig“, sagt Bezirksstadträtin Dagmar König.

Jetzt handeln

„Daher müssen wir jetzt handeln“, weist Bernd Schwarz auf die Dringlichkeit hin. Der vom BEAK initiierte und in der vergangenen Bezirksverordnetenversammlung (BVV) verabschiedete Antrag des Jugendhilfeausschusses „Kitas ermöglichen – jetzt oder nie“ enthielt unter anderem die Forderung, alle im Bezirk verfügbaren Liegenschaften für Kinderbetreuungseinrichtungen zu finden und zu prüfen. Um den Neu- oder Ausbau bestehender Einrichtungen zu ermöglichen oder auch freie Einrichtungsträger anzuwerben. Der Vorlauf von nur zwei Jahren sei denkbar knapp, um den Rechtsanspruch der Eltern auf einen Kitaplatz seitens des Bezirks zu erfüllen. Bezirksstadträtin Dagmar König spricht von einem mehr als ambitionierten Ziel: „So schnell wird das nicht gehen, gerade im Bau- und Haushaltsbudget muss man die zeitlichen Vorläufe einkalkulieren“.

Beides nötig

Ein denkbarer Neubau-Standort sei laut Bezirksstadträtin König ein hinter dem Haus der Jugend Anne Frank gelegenes Grundstück. Allerdings steht dort die Sanierung des Bolzplatzes an, die durch Geld aus einem Sonderfond finanziert wird. „Den Wegfall dieser Mittel dürfen wir nicht riskieren. Die Diskussion Bolzplatz oder Kita verbietet sich. Wir brauchen beides“, betont Bezirksstadtrat Marc Schulte (SPD) in der BVV. Eine andere Liegenschaftsoption sei ein Grundstück in der Dillenburger Straße neben der Gartenarbeitsschule. Im Zuge des Wohnungsbaus in der Arco-Straße und der Umgestaltung des Bildungsstandortes Halemweg sei vorstellbar, ein größeres Angebot an Kitaplätzen zu integrieren. „Aber konkrete Planungen gibt es noch nicht“, so König.

Die Bezirks-Elternausschüsse der Kitas Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinickendorf und Spandau tagten bereits zum zweiten Mal unter dem Motto „Eltern fordern Politik (heraus)“ im Rathaus Charlottenburg. Ideen zu mehr und gut ausgebildeten Fachkräften und vor allem das Problem der fehlenden Kitaplätze wurden diskutiert.

Michaela Bavandi / Bild: Thorsten Knappe/BEAK

WEITERSAGEN

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen