Pankow fühlt sich fit für Fairness

Handel: Bezirk bewirbt sich um den Titel „Fair Trade Town“

Fairer Handel bedeutet ein Stück mehr Gerechtigkeit in der Welt. Das sieht nicht nur Pankows Bürgermeister Matthias Köhne (SPD) so, sondern auch die Bezirksverordneten unterstützen diese Idee. „Die Bedingungen, unter denen viele Menschen arbeiten müssen, können so verbessert werden. Die Hersteller erhalten eine Entlohnung für ihre Arbeit, die angemessen ist und nicht auf Ausbeutung und Verzweiflung setzt. Darüber können wir mitentscheiden, wenn wir fair gehandelte Produkte kaufen und damit jene Produktionsketten durchbrechen, die für Armut und Ausbeutung in vielen Herstellerländern mitverantwortlich sind“, so Köhne.

Fünf Kriterien

Bereits im Sommer 2013 fassten Pankows Politiker also den Beschluss, sich um den Titel „Fair Trade Town“ zu bewerben. Um Titel und Siegel verliehen zu bekommen, hat der Verein TransFair aus Köln-Sülz allerdings fünf Kriterien aufgestellt. Die ersten beiden, Beschluss der Kommune und Gründung einer lokalen Steuergruppe, haben die Pankower längst erfüllt. Jetzt aber werden auch die restlichen drei abgehakt: So müssen jeweils mindestens zwei Fairtrade-Produkte im Sortiment von lokalen Einzelhandelsgeschäften sowie in Cafés und Restaurants angeboten sowie Produkte aus fairem Handel in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet werden.

Die Erfüllung dieses Kriteriums ist von der Einwohnerzahl abhängig. Im Falle Pankows sind dies mindestens 49 Geschäfte, 25 Gastronomiebetriebe und zwei öffentliche Einrichtungen. Dabei erwies sich gerade die Sammlung von Adressen, Ansprechpartnern sowie Sortimentsbeständen von Unternehmen sowie gastronomischen Einrichtungen, die Fairtrade gehandelte Waren anbieten, als echte Herausforderung. Zumal es Wunsch der Steuerungsrunde war, die Adressen nicht mit Discountern oder größeren Ketten zu füllen, sondern vornehmlich Läden und Unternehmen anzugeben, die bewusst den Fairtrade-Gedanken unterstützen.

Flyer geplant

Da die Adressensammlung seit 1. Juni erfolgreich abgeschlossen ist, reicht der Bezirk seine Bewerbung noch im Juli ein. Im Rahmen der als fünftes und letztes Kriterium geforderten Öffentlichkeitsarbeit wurden neben einem Schreiben des Bürgermeisterbüros auch eine Postkarte verteilt, die auf der von der Steuerungsrunde erstellten Webseite einzusehen sind. Künftig sind ein Informationsflyer sowie ein Einkaufsführer für Geschäfte und Gaststätten mit fair gehandelten Produkten in Pankow geplant. Zu den Trendsettern gehört Pankow mit seiner Bewerbung freilich nicht: Bereits 339 bestätigte Fair-Trade-Towns waren schneller.

www.fairhandlungpankow.de

Michael Hielscher / Bild: Kampagne Fairtrade Towns

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