Schöneberg ehrt Annedore Leber

Strassenland: Grünzug an der Torgauer Straße wird nach der Widerstandskämpferin benannt

„Annedore-Leber-Park“, so soll der jüngst eröffnete Grünzug Torgauer Straße entlang der Ringbahn zwischen Cheruskerpark und Naumannstraße heißen. Die Umbenennung wurde in der vergangenen Woche auf Initiative der SPD-Fraktion von den Bezirksverordneten beschlossen. Dem Antrag hatte sich bereits im Vorfeld die Gruppe der Linken angeschlossen.

Annedore Leber

Annedore Leber

Mutige Frau

Am 28. Mai wurde mit dem Grünzug an der Torgauer Straße die südliche Begrenzung der Schöneberger Schleife eröffnet. Auf dem Grundstück an der Gotenstraße/Torgauer Straße befindet sich die ehemalige Kohlenhandlung von Annedore und Julius Leber. Seit Jahren setzt sich der „Arbeitskreis Lern- und Gedenkort Annedore und Julius Leber“ für die Realisierung eines Lern- und Gedenkortes ein, damit der zivile Widerstand gegen den Nationalsozialismus an diesem Ort sichtbar gemacht wird. Mit der Benennung des neuen Grünzuges nach Annedore Leber sei ein weiteres Zeichen gesetzt, dass der Bezirk dieses Vorhaben weiter unterstützt, heißt es im Antrag der SPD-Fraktion. Jan Rauchfuß, Vorsitzender der SPD-Fraktion, und deren kulturpolitischer Sprecher Stefan Böltes freuen sich über den Beschluss – vor allem darüber, dass die Bezirksverordneten aller Fraktionen dem Anliegen gefolgt sind, Annedore Leber zu ehren: „Der Beitrag Annedore Lebers im zivilen Widerstand der Jahre 1937 bis 1945 gegen den Nationalsozialismus wurde bisher zu wenig gewürdigt. Auch wird oft vergessen, dass sie die Kohlenhandlung an der Torgauer Straße nach Kriegsende weiterführte und dort den Mosaik-Verlag gründete, der mit seinen Veröffentlichungen einen zentralen Beitrag zum Verständnis des Widerstands leistete. Mit dem Annedore-Leber-Park wird das Wirken einer mutigen und aufrechten Frau im Schöneberger Stadtbild sichtbar.“

Politische Ämter

Neben ihrem Engagement im zivilen Widerstand und ihrer publizistischen Tätigkeit hatte Annedore Leber nach Kriegsende zahlreiche politische Ämter inne. Bereits 1946 wurde sie Berliner Stadtverordnete, war acht Jahre Bezirksverordnete in Zehlendorf und von 1963 bis 1967 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Als Vorstandsmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit setzte sie sich frühzeitig für einen jüdisch-christlichen Dialog und die Aufarbeitung des Holocausts ein. Ein besonderes Anliegen war ihr die Förderung junger Menschen. Mit dem Bau der „Handwerker-Lehrstätten Britz“ wurde eine Ausbildungsstätte für junge Menschen in Berlin errichtet. Noch heute bildet das Annedore Leber Berufsbildungswerk Berlin (ALBBW) auf diesem Gelände junge Menschen mit Behinderung und besonderem Förderbedarf aus.

sara/red / Bilder: Stefan Bartylla;  „Julius und Annedore Leber Archiv – Julia Heinemann

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