Müll-Bahnhof Hermannstraße

Nahverkehr: Fritz Felgentreu: Mehr Bürgersinn und Putzaktionen nötig

Ob Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) den S-Bahnhof Hermannstraße im Sinn hatte, als sie kurz nach ihrem Amtsantritt forderte, die Neuköllner Bürger sollten sich mehr anstrengen, ihren Bezirk sauber zu halten? Wer dort auf seinen Zug wartet, dem bietet sich seit Jahren ein vertrautes Bild: Berge von Flaschen, Getränkedosen, Verpackungen und Essensreste auf und an den Gleisen. Die Reinigungseinsätze der Deutschen Bahn scheinen zu verpuffen. Nun appelliert auch der Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu (SPD) an den Bürgersinn der Menschen im Bezirk.

Kurze Entlastung

„Bei der gerade durchgeführten Reinigung der Fernbahngleise sind insgesamt 105 Kubikmeter Müll zusammengekommen“, teilt eine Bahn-Sprecherin mit. „Bei der in den nächsten Wochen geplanten Reinigung der S-Bahngleise erwarten wir nochmal die gleiche Menge Müll.“ Reinigungen bei laufendem Zugverkehr seien sehr aufwändig, da zusätzliches Sicherungspersonal erforderlich sei und die Mitarbeiter die Räumungsaktivitäten unterbrechen würden, wenn Züge fahren. Die Reinigung der S-Bahngleise würden in der nächtlichen Betriebsruhe durchgeführt. „Leider bleibt der erzielte Reinigungserfolg häufig nicht lange bestehen.“ Zusätzlich wird ein „Staubsaugerzug“ in dieser und anderen S-Bahn-Stationen und der Strecke eingesetzt, um den Gleisbereich zu reinigen. Alle Bahnhöfe seien mit Abfallbehältern ausgestattet. Kürzlich machten sich Felgentreu und Marko Dörschel von der DB Netz AG ein Bild von der Lage vor Ort. Felgentreu: „Die zunehmende Vermüllung der Gleisanlagen kann nicht allein durch Reinigungsaktionen verhindert werden.“ Die Müllberge seien auch Symptom eines gesamtgesellschaftlichen Problems, das unter Einbeziehung aller Akteure gelöst werden müsse. „Jeder sollte sich seiner Verantwortung für ein sauberes Umfeld wieder stärker bewusst werden. Viel Müll kann von uns allen ganz grundsätzlich vermieden werden. Und wenn doch welcher anfällt, sollten wir darauf achten, ihn entsprechend zu entsorgen.“ Es bedürfe aber auch einer gemeinsamen Strategie von allen Infrastrukturbetreibern an Bahnhöfen und Haltestellen. Zwei Aktionen jährlich würden nicht ausreichen, um die Bildung von Müllbergen am S-Bahnhof Hermannstraße zu verhindern. Felgentreu: „Ich hoffe, dass es perspektivisch möglich ist, dort häufiger zu reinigen.“

Zweiter Platz

Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn eine Liste mit den schmutzigsten Berliner S-Bahnhöfen veröffentlicht. Die Station Hermannstraße kam auf den zweiten Platz. Der erste Platz ging an den Bahnhof Warschauer Straße.

Nils Michaelis / Bild: Michaelis

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