Von der Wiege nach Berlin

Umwelt: Verein „Cradle to Cradle“ wirbt für Materialkreisläufe

Cradle to Cradle, übersetzt „Von der Wiege zur Wiege“, steht für einen völlig anderen Umgang mit Ressourcen und Stoffströmen. Bisher handelt der Mensch als einziges Lebewesen auf der Erde nach der Devise „Von der Wiege zur Bahre“ und erzeugt dabei jede Menge Abfall, giftige Substanzen und Umweltverschmutzung. Cradle to Cradle steht dagegen für kontinuierliche Materialkreisläufe und positiv definierte Materialien, die für Mensch und Umwelt gesund sind. Die Cradle to Cradle Denkschule steht für die Perspektive, Lösungen für heutige Probleme zu entwickeln.

Keinen Abfall

Der 2012 im Umfeld der Universität Lüneburg gegründete Verein „Cradle to Cradle“ will verändern, wie wir über Müll nachdenken. Oder noch besser das Konzept Müll aus allen Nachschlagewerken löschen und nur noch von Ressourcen sprechen. Denn: Die Natur kennt keinen Abfall. Jedes Produkt kann wiederverwertbar sein, vorausgesetzt, es wurde auch dafür entworfen. Genau darüber nachzudenken, werben die inzwischen rund 300 Ehrenamtler in bundesweit 22 Regionalgruppen. Um näher bei den Entscheidern zu sein, zog die Vereinsgeschäftsführung jetzt nach Berlin und öffnete ihre Bundes-Geschäftstelle in der Naugarder Straße 43 in Prenzlauer Berg, wohl nicht ganz zufällig direkt neben dem Abgeordnetenbüro von Clara West (SPD). Denn die Vereinsvorsitzende Monika Griefahn besitzt das gleiche Parteibuch, manchem wird sie noch als frühere Umweltministerin in Niedersachsen bekannt sein.

Positives bewirken

„Wir treten ein für eine Welt, in der alles als Nährstoff begriffen werden kann, wo jeder ,Fußabdruck‘, jedes Handeln des Menschen etwas Positives bewirkt. In dieser Welt gilt es nicht, das menschliche Handeln per se als schädlich anzusehen. Wir wollen keine Produkte, die nur ,weniger schlecht‘ sind“, sagt Monika Griefahn. Für diese Überzeugung sucht der Verein Unterstützung und Förderer. Dafür geht er in Bildungsstätten und knüpft Kontakte. Bilden und Netzwerken – darin sehen die beiden Vereins-Geschäftsführer, Tim Janßen und Nora Sophie Griefahn, gegenwärtig die Hauptaufgabe ihres Wirkens.

Michael Hielscher / Bild: Hielscher

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