So schmeckt der Pankow-Riesling

Kultur:  Seit 16 Jahren wachsen im Volkspark die Weinreben

Ausgewogene Säure mit etwas Restsüße, im Abgang schön fruchtig: So rollt der Riesling mit Pankow-Aroma über die Genießerzunge. Der Volkspark Prenzlauer Berg ist einer von zehn Standorten in der Hauptstadt, an denen Wein angebaut wird. 1999 wurden vom Bezirk auf einer großen Brachfläche am Volkspark Prenzlauer Berg 400 Rebstöcke ausgesetzt. Und weil ein solch großes Weinareal regelmäßig Pflege benötigt, wurde vier Jahre später der Förderverein „Weingarten Berlin“ ins Leben gerufen.

Damals bestand er noch aus acht Mitgliedern, mittlerweile ist diese Zahl auf über 30 gestiegen. „Die Reben der Sorte Riesling sind sehr sensibel und brauchen mindestens 1.400 Sonnenstunden im Jahr“, sagt Frank Pietsch, Vorsitzender des Weingartens Berlin. Die Mitglieder kümmern sich ehrenamtlich um die Pflege des Weins und werden bei der Traubenlese im Oktober von vielen freiwilligen Helfern unterstützt. „Oft kommen ganze Familien mit ihren Kindern“, so Pietsch. „Und weil wir auch einige Musiker einladen, wird die Weinlese jedes Mal ein richtiges, kleines Volksfest.“ Neben der Ernte gehört der Rebschnitt im Februar zu den Höhepunkten des Vereinslebens. Dazu kommen gemeinsame Ausflüge, beispielsweise zu anderen Anbaugebieten, und selbst veranstaltete Weinfeste.

Für Interessierte gibt es an mehreren Tagen im Jahr Führungen zur Architektur und Gartengestaltung am Wasserturm Prenzlauer Berg. „Viele Leute wenden sich außerdem an uns, wenn sie allgemeine Fragen zum Berliner Wein haben“, erzählt Pietsch, der selbst promovierter Landwirt ist. Die nächste Feierlichkeit für den Verein steht übrigens am 30. August an. Die Mitglieder laden alle Interessierten zu der offiziellen Umbenennung des Syringenplatzes ein. Zusammen wird dann darauf angestoßen, dass der Platz künftig den Namen „Am Weingarten“ tragen wird.

Nabila Lalee (Text und Bild) 

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