Wie die Leica zum Mythos wurde

Ausstellung: C/O Berlin zeigt die schönsten Fotos der berühmtesten Kamera der Welt

Die bekanntesten Fotografen der Welt haben mit ihr die größten Stars und Persönlichkeiten abgelichtet. Sie wurde dabei selbst zum Star: Die legendäre Leica. Jetzt hat ihr C/O Berlin in seinen Räumlichkeiten in der Hardenbergstraße eine eigene Ausstellung gewidmet. Vom 22. August bis zum 1. November werden die besten Leica-Fotos der letzten 100 Jahre gezeigt. Darunter sind die Werke von international renommierten Fotografen wie Alexander Rodtschenko, Oskar Barnack, Christer Strömholm, Barbara Klemm oder William Eggleston.

Fotografie revolutioniert

Das erste Leica-Modell wurde im Jahre 1914 von Oskar Barnack entwickelt. Er war Feinmechaniker und Entwicklungschef der Firma Leitz in Wetzlar und hat mit dieser Kleinbildkamera vor 100 Jahren nicht einfach nur einen neuen Fotoapparat erfunden, sondern die Fotografie revolutioniert. Die Leica steht für einen Paradigmenwechsel in der Fotokunst, denn sie hat den Blick auf die Welt verändert. Weg vom starren Setting in den Studios hinaus auf die Straße, mitten ins Leben. Das Festhalten verschiedenster Motive, bewegender Momente und inspirierender Menschen und Figuren: Die „Street Photography“ war geboren. Marylin Monroe, Winston Churchill, Jackie Kennedy und Fidel Castro, sie alle wurden von einer Leica verewigt. Sie hat erschütternde Kriegsbilder und viele Naturkatastrophen festgehalten.

Teure Objektive

Die Profis schätzen sie vor allem, weil sie klein, handlich, stets einsatzbereit und mit einem Hochleistungsobjektiv ausgestattet ist. Leica-Objektive zählen immer noch zu den teuersten der Welt. Die große Lust am Experimentieren und an der visuellen Erforschung der Wirklichkeit durch Amateure, Künstler und Profis hält bis heute an. In den kommenden Wochen erläutern Experten, Fotografen oder Kuratoren in zahlreichen Workshops, Führungen und Vorträgen in den Ausstellungsräumen von C/O Berlin die Dynamisierung und Demokratisierung des Mediums Fotografie. Die Bandbreite des Projekts umfasst analoge Technik genauso, wie die heutige Digitalisierung.

Ausstellung täglich geöffnet

Der Eintritt beträgt zehn Euro, ermäßigt fünf Euro. Öffnungszeiten sind täglich von 11 bis 20 Uhr. Begleitend zur Ausstellung „Augen auf! 100 Jahre Leica-Fotografie“ erscheint eine umfangreiche Broschüre mit Texten rund um den kleinen Fotoapparat. Am 29. August (16 Uhr) lädt der Fotograf Rudi Meisel zur Künstlerführung: „Landsleute 1977–1987. Two Germanys“. Gezeigt werden die noch nie ausgestellten Fotografien, des in Berlin lebenden, westdeutschen Fotografen, der Zeitgeschichte dokumentiert und in seinen Bildern die Sehnsüchte, Ängste und Freuden der Deutschen in beiden Teilen des Landes zeigt. Das gesamte Programm von C/O Berlin finden Sie unter: co-berlin.org
Michaela Bavandi / Bild: Christer Strömholm/Strömholm Estate, 2014 

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