Mehr Kunst im Rollbergkiez

KIndl-Zentrum: Bis 2016 wird auch das Maschinenhaus fit für neue Angebote gemacht.

Wo früher Bier gebraut wurde, hängen heute Flugzeuge von der Decke – willkommen im Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst! In der ersten Ausstellung, die in der ehemaligen Brauerei im Rollbergkiez stattfand, wurde gleich ein besonderes Highlight des gerade entstehenden Ausstellungsortes vorgeführt: das etwa 20 Meter hohe Kesselhaus. Und die Macher stecken voller Ideen für weitere Projekte.

Reger Austausch

Ein spektakulär hoher Raum ohne Zwischendecken in dem, so ist der Plan des deutsch-schweizerischen Geschäftsführerehepaares und ihres ebenfalls aus der Schweiz stammenden Kurators, jeweils immer nur eine Installation gezeigt werden soll, die der oder die Künstler spezifisch für diesen besonderen Raum entworfen hat. Und in ebendiesem Raum ließ der Künstler Roman Signer von September 2014 bis zum Juli diesen Jahres in einer Ausstellung mit dem Titel „Kitfox Experimental“ ein kleines Sportflugzeug vier Meter über dem Boden von der Decke hängen – und zeigte damit die Möglichkeiten, die das neue Kindl-Zentrum bietet.

Doch nicht nur das Kesselhaus wurde als Ort für die Kunstpräsentation umgedeutet und umgestaltet, auch das ehemalige Maschinenhaus wird zurzeit saniert, wenn alles nach Plan läuft, werden hier ab 2016 auf drei Etagen parallel eine themenbezogene und eine Einzelausstellung zu sehen sein. Die ersten Ausstellungen sind bereits in Planung: unter dem Titel „How long is now?“, also „Wie lange ist jetzt?“, wird diese Gruppenausstellung sich dem Thema der Zeitgenossenschaft widmen und ihre Bedeutung für die aktuelle Kunstproduktion hinterfragen.

Parallel soll Eberhard Havekost eine Einzelausstellung erhalten, in der zum großen Teil noch nie gezeigte Arbeiten des in Berlin lebenden Künstler ausgestellt werden. Auch abseits der Ausstellungen ist das Kindl-Zentrum einen Besuch wert. Im historischen Sudhaus mit seinen sechs riesigen Kupferkesseln soll ein Café mit Namen „König Otto“ entstehen und draußen vor der ehemaligen Brauerei gibt es bereits einen Bier- und Sommergarten, der zum Verweilen einlädt. Außerdem streben die Betreiber einen regen Austausch mit der Nachbarschaft an.

Pressesprecher Denhart von Harling: „Wir freuen uns, dass wir aus der Nachbarschaft so positive Rückmeldungen erhalten. Wir möchten ein offener Ort sein und werden auch weiterhin Veranstaltungen wie Vorträge, Konzerte oder Film-Screenings anbieten.“ Aber auch künstlerisch spielt Neukölln eine Rolle in der umgebauten Brauerei: Im September wird der Projektraum Quiet Cue aus Neukölln an drei Abenden das Kesselhaus bespielen. Quiet Cue gestaltet ein fortlaufendes und weltweit wahrgenommenes Musik-, Sound-, Performance- und Intermedia-Programm.

Text und Bild: Gregor Ottow  

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