Viel zu tun bei der Feuerwehr

Müggelheim: Fast 770.000 Euro müssten in die alte Wache investiert werden.

Der Keller ist feucht, es gibt ein uraltes Tor, das nicht ordentlich öffnet und schließt – es sind scheinbare Kleinigkeiten, aber durch ihre durchaus stattliche Summe machen sie genau das erforderlich: Eine stattliche Summe, die fällig wäre, um alle Löcher zu stopfen und alle Stellen auszubessern, die es nötig hätten, in der Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Müggelheim. Eine Summe von 768.000 Euro, um genau zu sein.

Dies ist zumindest das Ergebnis des Gebäudescans der Berliner Immobilienmanagement GmbH, die im Auftrag des Landes Berlin landeseigene Immobilien verwaltet. Ungeachtet dieser Tatsache wird die Wehr aber nur eine Summe von rund 350.000 Euro aus dem sogenannten Sondersanierungsprogramm Freiwillige Feuerwehren erhalten, wie aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Inneres und Sport auf eine Anfrage des Abgeordneten Tom Schreiber (SPD) hervorgeht. Dazu kommt, dass das Geld aus dem Programm, mit dem auch etliche Neubauten mit Kosten in Millionenhöhe finanziert werden, voraussichtlich erst 2017 verfügbar sein wird.

Wehr unterbesetzt

Auf die Frage, wie er vor dem Hintergrund der mehr als 400.000 Euro großen Diskrepanz zwischen benötigtem und bewilligtem Geld die Antwort der Senatsverwaltung bewertet, antwortet Schreiber: „Man muss sich die Situation in ganz Berlin ansehen: Es gibt Wehren und Wachen, denen es viel schlimmer geht. Als Abgeordneter für Treptow-Köpenick werde ich aber auf das Problem aufmerksam machen und sollte es zusätzliche Mittel geben, werde ich mich dafür einsetzen, dass die Freiwillige Feuerwehr Müggelheim mitbedacht wird.“ Obendrein ist die Wache zurzeit unterbesetzt: Neun freiwillige Feuerwehrmänner sind im Moment aktiv, Pflicht ist eigentlich eine Besatzung von 37. Wie vielen andere Freiwillige Feuerwehren kämpfen auch die Müggelheimer Kameraden mit Nachwuchssorgen. „Die Situation kann beängstigend sein, in den Randlagen gibt es ein regelrechtes Wachensterben.“

Ehrenamtliche bevorzugen

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt sich Schreiber dafür ein, ehrenamtliches Engagement zu stärken und hat auch einen dahingehenden Antrag im Abgeordnetenhaus eingebracht. Ein Grund für das Wegbleiben von Freiwilligen sei beispielsweise die schlichte Tatsache, dass sich durch die steigenden Mieten nicht mehr jeder eine Wohnung in der Nähe einer Wache leisten könne. Um das abzufedern, schlägt er vor, ehrenamtlich Aktive bei der Wohnungsvergabe durch öffentliche Wohnungsbaugesellschaften zu bevorzugen. Schreiber: „Man muss hier politisch Alarm schlagen und das Ehrenamt stärken. Sonst droht ein Wegbrechen der Jugend- und Freiwilligen Feuerwehr.“

Gregor Ottow / Bild: Gregor Ottow

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