Zeitzeugen der Geschichte

Aktion: Langes Denkmalwochenende steht ganz im Zeichen von Handwerk, Technik und Industrie.

Wussten Sie, dass die Ahmadiyya Lahore Moschee in der Brienner Straße in Wilmersdorf dem persisch-indischen Stil des Taj Mahal in Indien nachempfunden wurde? Oder kennen Sie die Alte Dorfschmiede am Neuköllner Richardplatz. Die Schmiede mit Wohnhaus und Kohlenkammer stammt aus dem Jahr 1797, geschmiedet wurde an diesem Ort aber bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Damit ist sie Berlins älteste Schmiede, die noch immer als Werkstatt genutzt wird und ein Anlaufpunkt für altes, aber aktives Handwerk ist. Und sicherlich haben Sie schon mal vom Regenbogenkino in der Lausitzer Straße in Kreuzberg gehört. Aber war Ihnen bekannt, dass sich im Fabrikgebäude seit 1877 ein Dampfsägewerk befand und damit die Industrialisierung im Luisenviertel mitbegründete? Diese und viele andere Geschichten werden am 12. und 13. September während des Tages des offenen Denkmals in Berlin erzählt.

S2_HandwerkskunstVeränderte Welt

Das Schwerpunktthema in diesem Jahr lautet „Handwerk, Technik, Industrie“. Ein Thema, das wie kaum ein anderes zur deutschen Hauptstadt passt. Noch heute prägen alte Fabrikstandorte mitunter ganze Stadtviertel. Wegweisende Technik nahm hier den Ausgangspunkt und veränderte die Welt. Zu entdecken sind zum Beispiel der BVG-Straßenbahnbetriebshof Köpenick, eine kaiserzeitliche Abwasser-Pumpstation in Friedrichshain oder das ehemalige Kraftwerk Oberspree in Oberschöneweide. Erstmals mit im Programm sind zum Beispiel die Insel Eiswerder mit ihrer wechselvollen Geschichte als Industrie- und Kulturstandort oder die ehemalige Tresorfabrik S. J. Arnheim im Wedding. Das markante Genäude in der Osloer Straße wurde 1897 als zweite Produktionsstätte auf dem dichtbebauten Fabrikgelände errichtet. Ursprünglich wurde die Fabrik zur Herstellung von Tresoren errichtet. Heute wird der Backsteinbau mit seinem charakteristischen Sheddach jährlich von 400 Künstlern als Werkstatt genutzt und ist sonst nicht öffentlich zugänglich. So ist zum Beispiel in der Galerie der Bildhauerwerkstatt eine Ausstellung zu bewundern, für die sich Schüler eines Kunstkurses des Diesterweg-Gymnasiums mit dem Industriedenkmal auseinandergesetzt und gemeinsam mit Museumspädagogen die Geschichte der Umnutzung von der Tresorfabrik zur Bildhauerwerkstatt erkundet haben.

Wichtige Grundlage

Mit „Handwerk, Technik, Industrie“ beteiligt sich der deutsche Tag des offenen Denkmals – wie viele andere europäische Länder – an der europaweiten Kampagne European Industrial and Technical Heritage Year 2015. Deren Ziel ist es, auf die Bedeutung dieser industriellen und technischen Denkmale für die Denkmallandschaft in Europa hinzuweisen. Dabei bildet das Handwerk die Grundlage unserer Denkmallandschaft. So sind seit 2003 traditionelle Handwerkstechniken Teil des immateriellen Weltkulturerbes. Gewerke der Stein- und Holzbearbeitung, Metallurgie, Webtechniken oder Töpferei sind Jahrtausende alt. Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. 2006 wurde die initiierende Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit der Aktion Tag des offenen Denkmals als „Ort des Tages“ der Kampagne Deutschland – Land der Ideen ausgezeichnet.

Tipps und Informationen

Mosaikwerkstatt

S2_MosaikCosmomusivo, Prinzenstraße 85F, öffnet am 12. September, 12 bis 18 Uhr, die Türen. Zwei Mosaizisten zeigen, wie ein Mosaik entsteht.

Schmiedekunst

S2_SchmiedenDie Atelier- und Schmiedewerkstatt von Fritz Kühn gibt es seit 1845. Am 12. und 13.9. ist sie, jeweils 11 bis 17 Uhr, geöffnet. 12 und 15 Uhr Führungen, Sonderausstellung.

App

S2_App_Bitte_Smartphone freistellenDenkmaltag 2015, die kostenfreie App zum Tag des offenen Denkmals, gibt es sowohl für iPhone als auch für Smartphones auf Android-Basis. Zu finden im iTunes App Store und bei Google Play.

 

Manfred Wolf / Bilder: Karl Wilms, Bittner (3), Deutsche Stiftung Denkmalschutz 

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