Mit vereinten Kräften

Soziales: Helfer für Flüchtlinge im Einsatz.

Es sind rund 530 Flüchtlinge aus Syrien, dem Iran, Irak und arabischen Raum, die im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf jeweils für drei bis sechs Tage eine erste Unterkunft vorfinden. Erst vor drei Wochen wurde das seit Ende vergangenen Jahres leer stehende Amtsgebäude binnen weniger Stunden zu einer Erstaufnahmestelle umgerüstet. Es waren haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes gemeinsam mit Mitgliedern der Initiativen „Wilmersdorf hilft“ und „Willkommen Wilmersdorf“, die dies vollbrachten und weiterhin aktiv mithelfen. „Wenn man einmal die Menschen und ihre Hilfsbedürftigkeit gesehen hat, dann weiß man, sie brauchen vor allem Menschen, die ihnen auf Augenhöhe begegnen“, sagt Philipp Bertram von der Initiative „Wilmersdorf hilft“.

Gutes Zusammenspiel

Mit Karsten Hackradt, Einsatzleiter des Arbeiter-Samariter -Bundes versteht er sich. „Wir verstehen uns sogar sehr gut“, so Hackradt. Gemeinsam koordinieren sie die rund 150 bis 200 Hilfskräfte wie Ärzte, Psychologen, Lehrer, ASB-Mitarbeiter und Initiativen-Mitglieder, die täglich zu verschiedenen Zeiten Hilfe leisten. Esther Knothe beispielsweise organisiert freiwillig unterrichtende Lehrer. Sie ist eigentlich Ingenieurin, „daher kann ich gut organisieren“, sagt sie. Zentraler Anlaufpunkt für alle Helfer ist ein eigens eingerichtetes Info-Mobil. Mittlerweile gibt es auch ein Spielzimmer, Unterrichtszimmer sowie Begegnungsstätten für Frauen. „Das ganze Umfeld hier ist einzigartig, und es sind die richtigen Leute zur richtigen Zeit an diesem Ort zusammengekommen. Wir ergänzen einander und haben in kürzester Zeit diese Infrastruktur geschaffen“, so Hackradt.

Gauck zu Besuch

Auch Bundespräsident Joachim Gauck stattete den Helfern und Bewohnern in der Erstaufnahmestelle in der Vorwoche einen Besuch ab, während Bundeskanzlerin Angela Merkel die Flüchtlingsunterkunft in Heidenau besichtigte. Die Wilmersdorfer Einrichtung, die in Windeseile zu einer gut ausgestatteten Unterkunft umgestaltet worden ist, repräsentiere ein „helles Deutschland“, betonte Gauck, denn „das stellt sich dem Dunkeldeutschland leuchtend gegenüber, das wir empfinden, wenn wir von Attacken auf Asylbewerberunterkünfte oder gar fremdenfeindlichen Aktionen gegen Menschen hören“.

Michaela Bavandi / Bild: Michaela Bavandi

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