Späte Genugtuung

Sportgeschichte; Symbolischer Einzug ins Olympiastadion.

Das Zentrum deutsche Sportgeschichte e. V. und die Universitäten Potsdam und Hannover zeigen bis 16. Januar 2016 zusammen mit der Olympiastadion Berlin GmbH die Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ im Olympiastadion Berlin.

Überlebensgroß

In einer großformatigen skulpturalen Präsentation im Olympiastadion Berlin würdigt die Ausstellung das große Verdienst jüdischer Sportler für die Entwicklung des modernen Sports in Deutschland und dokumentiert anhand ausgewählter Porträts deren Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen 17 herausragende deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten, die als Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger und Rekordhalter zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit zählten. Mit überlebensgroßen Silhouetten wird an ihr Leben und ihre Erfolge erinnert.

Teilnahme verweigert

Besonders eine Sportlerin soll hervorgehoben werden: Gretel Bergmann. Um den drohenden Boykott durch die USA und anderen Staaten zu verhindern, zwang das NS-Regime die jüdische Athletin, die zuvor nach Großbritannien emigriert war, 1935 zur Rückkehr nach Deutschland. Bergmann stellte nur vier Wochen vor den Spielen den deutschen Rekord über 1,60 Meter ein. Damit war sie qualifiziert. Mit einer fadenscheinigen Begründung verweigerte man ihr dennoch die Teilnahme. Der nun symbolische Einzug der einstigen Weltklassehochspringerin Gretel Bergmann ins Olympiastadion Berlin nach fast 80 Jahren ist für die in New York lebende 101-Jährige eine späte Genugtuung. Bereits 2014 wurde der Gretel-Bergmann-Weg im Olympiapark nach ihr benannt.

www.juedische-sportstars.de

red/mia / Bild: Olympiastadion Berlin GmbH

WEITERSAGEN