Blühende Landschaft

Düttmann-Siedlung: Wie sich der einstige Problemkiez gewandelt hat.

Die Entwicklung der Kreuzberger Werner-Düttmann-Siedlung ist eine echte Erfolgsgeschichte. Sie ist der lebendige Beweis dafür, wie mit sozialem Engagement und praktizierter Nachbarschaft aus einem Problemkiez ein Musterquartier wird. Eine der vielen Aktionen ist zum Beispiel ein Wettbewerb, bei dem der schönste Balkon gesucht wird. Der Sieger mit dem farbenprächtigsten Blumenkasten wird am 1. Oktober verkündet und darf sich über eine Netto-Kaltmiete als Auszeichnung freuen.

Dunkle Vergangenheit

Dabei kennt das Gebiet zwischen Hasenheide, Graefe-, Jahn- und Urbanstraße auch dunkle Zeiten. Zwischen 1982 und 1984 erbaut und zunächst als Vorzeigeobjekt des Sozialen Wohnungsbaus bejubelt, kam die Siedlung im Laufe der Jahre immer mehr herunter. Die häufig wechselnden Hausverwaltungen kümmerten sich nicht um die Probleme der Mieter und den Zustand des Wohnkomplexes. In der Tiefgarage wurde illegal mit Gebrauchtwagen gehandelt, aufgebrochene Briefkästen, Schmierereien in den Treppenhäusern und demolierte Aufzugstüren waren der normale Alltag für die Bewohner. Angst und Kriminalität wohnten Tür an Tür. Zur Jahrtausendwende stand ein Drittel der 577 Wohnungen leer. 2004 wurde die Siedlung dann von der Immoba Liegenschaften übernommen. „Das war eine echte Herausforderung. Hier lag vieles im Argen“, sagt der Geschäftsführer Guido Baranowski. Bezirksamt, Förderinstitut und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung standen hilfreich zur Seite. Viel Geld wurde in die Sanierung der Anlage investiert, die stetige Verarmung der Siedlung stoppte und Engagement und Vielfalt begannen. Im Zentrum der Siedlung gibt es heute einen Nachbarschaftstreff über dessen Eingang „Willkommen“ in fünf Sprachen zu lesen ist. Die Räumlichkeiten werden von der Hausverwaltung bereitgestellt und vom zuständigen Quartiersmanagement geleitet. Hier treffen sich nicht nur engagierte Nachbarn, hier werden auch Geburtstage gefeiert. Da die Bewohner muslimisch und christlich sind, werden sowohl Weihnachtslieder gesungen als auch zum Zuckerfest Süßigkeiten gegessen. Es gibt Gesprächsrunden zur Lösung von Problemen der Siedlung und regelmäßig werden interkulturelle Treffen für alle Familien veranstaltet.

Rege Beteiligung

„Für die positive Entwicklung eines Gebietes ist es wichtig, dass die Bewohner über ihr Gebiet mitent­scheiden können. Dann können sie sich auch damit identifizieren“, sagt Angelika Greis, Leiterin des Quartiersmanagements. Seit Jahren werden auch ehrenamtliches Engagement gefördert, nachbarschaftliche Kontakte gestärkt und Ideen über einen Aktionsfonds finanziert. Dass die Angebote sich nach den Bedürfnissen der hier lebenden Menschen richten, merkt man an der regen Beteiligung. Das ist wohl einer der anderen Gründe, warum die Werner-Düttmann-Siedlung zu einem blühenden Kiez geworden ist.

Christina Praus (Text und Bild)

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