Reise durch Tempelhof

Buchtipp: Autorin Katrin Schwahlen entführt Leser in den Berliner Süden.

Tempelhof, Lichtenrade, Mariendorf, Marienfelde. Nicht gerade trendige Ortsteile, die in Reiseführern groß gefeiert werden – außer: Das Tempelhofer Feld, auf das viele europäische Großstädter neidisch schielen. Dennoch, die Ortsteile atmen Geschichte und haben viel zu zeigen. Katrin Schwahlen hat sich in den Teil Berlins verliebt und lädt in ihrem neuen Buch „Rundum Tempelhof“ zum Spaziergang ein.

Zuhause des Regierenden

Zwei aktuelle Prominente sind in diesem Teil der Hauptstadt groß geworden: Der Regierende Bürgermeister Michael Müller stammt aus Tempelhof, wo er übrigens noch immer wohnt, und sein Vorgänger, Klaus Wowereit, wuchs in Lichtenrade auf. Und das ist auch gut so, beide SPD-Politiker haben hier ihre grundsoliden Wurzeln erworben. Die Buchdruckerei Müller in der Manfred-von-Richthofen-Straße/Ecke Bayernring ist eine der letzten ihrer Art in Berlin, die noch den traditionellen Buchdruck beherrscht – hier hat Michael Müller viele Jahre als Drucker gearbeitet. Nur ein paar Schritte weiter, am Schulenburgring 2, wohnt bis heute sein Vater. Hier unterschrieb übrigens General Helmuth Weidling am 2. Mai 1945 den Befehl, sofort die Kampfhandlungen einzustellen – das war das Ende des Krieges in Berlin. Um die Ecke ist das Tempelhofer Feld. Nazi-Monument, Flughafen, Freizeitfläche, Angebote von Minigolf bis Stadtacker, Mode und Events und bald auch Unterkunft für Flüchtlinge. T-Damm runter: Hafen, ufa-Fabrik, Ullsteinhaus.

Schnelle Pferde

Fast schon Mariendorf. Der Ortsteil kann mondän und bodenständig. Die Trabrennbahn hat den Ortsteil berühmt gemacht und der Rocktreff, das größte Amateurbandfestival. Mariendorf ist grün, beschaulich und ebenfalls historisch interessant: Kirchen, Friedhöfe, das alte Gaswerk. Junge Menschen zwischen null und 18 Jahre leben hier kaum, nur 13,3 Prozent – das Schlusslicht in Tempelhof. Marienfelde – auch hier grüne Parks, Idylle, aber auch Industrie und Hochhäuser. Und eine Rettungsanstalt für gefallene Mädchen. Im Kloster vom Guten Hirten wollten Schwestern Anfang des letzten Jahrhunderts die sittlich Gefährdeten auf den Pfad der Tugend bringen. 1935 schlossen die Nazis die Klosterschule. Heute beherbergt das Kloster das katholische Gemeindezentrum, eine Schule für geistig Behinderte und ein Bewegungsbad. In Lichtenrade gab es schon immer Einrichtungen, die es woanders nicht gibt: früher das Diakonissenhaus Salem und das Christopherus-Kinderkrankenhaus. Heute Suppenküche, Jugendarrestanstalt und die Suchthilfe Tannenhof. Freizeit spielt hier eine große Rolle: In den Vereinen ist von Badminton bis Volleyball fast alles vertreten. Die Autorin Katrin Schwahlen weist gleich zu Anfang auf die fehlende Vollständigkeit ihrer Beschreibungen in „Rundum Tempelhof“ hin. Keine Frage: Hätte sie mit der gleichen Leidenschaft noch mehr Einzelheiten, noch mehr Schönheiten und Überraschungen in den Ortsteilen beschrieben, wäre das Buch zu einem kiloschweren Wälzer geworden. So kann es der Spaziergänger in die Tasche stecken, um selbst zu gucken.

„Rundum Tempelhof“ von Katrin Schwahlen

L&H Verlag
ISBN: 978-3-939629-37-5
19,80 Euro

Wir verlosen drei Exemplare von „Rundum Tempelhof“

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Einsendeschluss ist der 25. September. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Anke Walter / Bild: Stefan Bartylla

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