Antworten statt Gewalt

Präventionspreis: Neuköllner Verein Ufuq e. V. wird für Workshop rund um den Islam gewürdigt.

Jugendliche beraten, bevor sie radikal oder gewalttätig werden: Darauf setzt ein Workshop zu Islam und Islamfeindlichkeit des Vereins Ufuq e. V. Für dieses Angebot ist der Neuköllner Verein mit dem 2. Preis des Berliner Präventionspreises ausgezeichnet worden. Dieser wird alljährlich von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt verliehen und stand diesmal unter dem Motto „Aktiv gegen Radikalisierung – gemeinsam Verantwortung übernehmen“. Gewürdigt wurden unter anderem Projekte, die einen Beitrag zur Aufklärung und Sensibilisierung gegenüber politisch oder religiös begründetem Extremismus leisten, Radikalisierungsprozesse junger Menschen aufhalten oder verhindern und dem Entstehen von Vorurteilen und Feindbildern entgegenwirken.

„In unserer Präventionsarbeit geben wir jungen muslimischen Migranten Raum für eigene Themen, oftmals haben sie Fragen zu ihrer Religion, die in der Schule oder im Elternhaus nicht beantwortet werden“, sagt Jochen Müller vom Ufuq e. V. „Indem wir das Vakuum füllen, wollen wir verhindern, dass die Jugendlichen offen für Botschaften radikaler Prediger werden, die einfache Antworten bieten.“ Dafür schickt der Verein junge Erwachsene muslimischen Glaubens in Schulklassen und Jugendeinrichtungen in ganz Berlin. Unter anderem mit Filmen bieten die „Trainer“ Orientierung zu verschiedenen Themen rund um die Frage, wie die jungen Leute leben wollen. „In Schulklassen, wo 90 Prozent der Schüler einen türkischen oder arabischen Migrationshintergrund haben und dies nur für einen Bruchteil der Lehrer gilt, kommen derlei Angebote meist zu kurz“, erklärt Müller. Daher bietet der Verein auch Fortbildungen für Pädagogen an.

Nils Michaelis / Bild: Senatsverwaltung für Inneres und Sport

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