Jetzt sind die Politiker am Zuge

Senioren: Sommerfest der Stillen Straße / Zukunft der Begegnungsstätte weiter ungewiss.

Die wegen ihres Kampfeswillen berühmt gewordenen Senioren der Freizeit- und Begegnungsstätte Stille Straße 10 in Niederschönhausen feierten ihr Sommerfest – und die Politprominenz kam: die beiden Pankower Bundestagsabgeordneten Klaus Mindrup (SPD) und Stefan Liebich (Die Linke) beispielsweise – und später auch die Landesvorsitzende der Volkssolidarität Heidi Knake-Werner.

Lange gewartet

Herzlich, aber unverblümt wurden die Abgeordneten empfangen von der Vorsitzenden des Fördervereins, Doris Syrbe: „Wir haben lange darauf gewartet, Sie einmal hier begrüßen zu dürfen.“ Die Berufspolitiker schauten ein wenig verdutzt, aber nahmen‘s nicht krumm, bei Kaffee und Kuchen ging es bald vielmehr um die Zukunft der Stillen Straße 10, wofür die Rentner seit langem so vehement eintreten und selbst vor einer medienwirksamen Hausbesetzung nicht zurückschreckten. Hinter den Kulissen wird um eine Lösung gerungen.

Alternative gefragt

Eine langfristig tragfähige Lösung sieht die Volkssolidarität als jetziger Betreiber nur, wenn die Begegnungsstätte Stille Straße 20 im Verbund mit einem Neubau für „intergeneratives Wohnen“ mit Tagesförderstätte und Wohnheim unterhalten werden kann. Dafür gebe es in Pankow Bedarf. Doch das ursprünglich zu diesem Zweck ins Auge gefasste Nachbargrundstück ist nicht zu haben. Klaus Mindrup zieht nun die Strippen für eine Alternativlösung. Eine andere Immobilie in der Nähe ist im Gespräch. Doch es gibt zwei Hürden: Erstens, das Areal gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die derzeit alle Flächen auf Tauglichkeit für Flüchtlingsunterkünfte abklopft. Zweitens, selbst wenn die BIMA diese freigibt, hat noch Bausenator Andreas Geisel ein Wort mitzureden. Der will vor allem neue Wohnungen auf freien Flächen sehen. Noch in dieser Woche will Mindrup aber seinen Parteikollegen überzeugen, dass das Volkssolidaritäts-Vorhaben gleich doppelt sozial wäre: Benötigter Raum im integrativer Wohnen würde geschaffen und die Senioren-Begegnungsstätte Stille Straße wäre endlich gerettet.

Für Flüchtlinge

Am Rande des Sommerfestes wurde für die neue Flüchtlingsunterkunft in Marzahn gesammelt, die die Volkssolidarität nur zwei Tage zuvor als Betreiber übernommen hatte und wo jede Hilfe willkommen ist.

Titelbild: Sommerfest an der Stillen Straße anlässlich des 70. Jahrestags der Volkssolidarität.

Michael Hielscher (Text und Bild)

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