Tatort Wohnung

Sicherheit: Werden die Tage kürzer, steigt die Zahl der Einbrecher.

Das Fenster war angekippt, die Tür nur zugezogen statt abgeschlossen – und schon wartet der Schock auf manchen Hausbesitzer. Eine verwüstete Wohnung und fehlende Wertsachen zeigen unverkennbar, dass in den eigenen vier Wänden Einbrecher am Werk waren. Aus einer diesjährigen Studie im Auftrag des Versicherungsverbandes GDV folgt: In der dunklen Jahreszeit schlagen die ungebetenen Besucher besonders häufig zu. In den Monaten von Oktober bis Januar wird demnach knapp die Hälfte aller Einbrüche betrieben. Reinickendorfer sind im berlinweiten Vergleich besonders häufig betroffen. Neben Steglitz-Zehlendorf verzeichnet der Bezirk die höchsten Fallzahlen bei Einfamilienhaus-Einbrüchen. Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik des Vorjahres hervor. Die Täter nutzen seit Jahren die gleichen Schwachstellen an Wohnungen und Häusern aus. In Einfamilienhäusern wird laut der GDV-Studie vorwiegend über Fenster und Fenstertüren eingebrochen.

Immer wachsam

Bei Wohnungen von Mehrfamilienhäusern verschaffen sich die Täter den Zugang meist über die Eingangs- und die Fenstertür. Glasscheiben werden dabei häufig ausgehebelt oder eingeschlagen. „Eingangstüren sollten in keinem Fall lediglich zugezogen werden“, informiert Jens Fritsch von der polizeilichen Beratungsstelle Einbruchschutz. Selbst dann, wenn das Haus nur kurz verlassen wird, um beispielsweise Einkäufe zu erledigen. Auch Fenster, die gut erreichbar seien, sollten bei Abwesenheit nicht gekippt bleiben. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt Fenster und Türen mit spezieller Technik zusätzlich absichern. Grundsätzlich gilt: Häuser und Wohnungen im Erdgeschoss sind am häufigsten betroffen. Aber auch Dachgeschoss-Wohnungen mit freizugänglichem Dach sind eine willkommene Einladung für Täter. Einbrecher halten vor allem nach leeren Wohnungen Ausschau. Deshalb sollte grundsätzlich darauf verzichtet werden, unnötig auf eine längere Abwesenheit aufmerksam zu machen. Weder auf dem Anrufbeantworter noch auf sozialen Netzwerken. Urlaubsfotos können auch nach der Heimreise noch auf Facebook hochgeladen werden, raten die Fachleute.

Zeitschaltuhren, die Licht und Rolladen zu festgelegten Zeiten steuern, täuschen eine Anwesenheit vor. Ebenso Nachbarn, die den Briefkasten leeren und die Blumen gießen. „Eine starke Nachbarschaft, die einen wachsamen Blick behält, spielt eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von Einbrüchen“, betont Jens Fritsch.

Ein Einbruch hinterlässt oftmals nicht nur einen materiellen sondern auch einen emotionalen Schaden bei den Betroffenen. Gefühle von Unsicherheit, Erniedrigung und Machtlosigkeit sind nicht selten. Betroffene fühlen sich häufig nicht mehr wohl und sicher in ihren eigenen vier Wänden. Laut der GDV-Studie zieht ein Viertel aller Betroffenen nach der Tat aus ihrer Wohnung, beziehungsweise verspüren den Wunsch, dies zu tun. Am 25. Oktober bietet die Polizei von 12 bis 17 Uhr einen Informationstag zum Einbruchsschutz im Foyer der Polizeipräsidiums, Platz der Luftbrücke 6 an. Interessierte können sich zudem jeden Montag von 10 bis 18 Uhr, sowie dienstags bis donnerstags von 8 bis 15 Uhr in der Beratungsstelle der Polizei Berlin, Platz der Luftbrücke 5, informieren.

Nabila Lalee / Bild: thinkstock/mactrunk

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