Blüten im Digitalmodus

Technologie: Galerieausstellung im Botanischen Museum.

ST_S8_03Die botanischen Zeichnungen, Modelle und Projektionen von Macoto Murayama entstehen am Computer. Mit Hilfe neuester Technologien überführt der junge japanische Künstler die Tradition und das hohe handwerkliche Können der botanischen Illustration in das digitale Zeitalter. Mit wissenschaftlicher Präzision und Akribie beobachtet er die natürlichen Formen von Blüten. Danach setzt er seine Beobachtungen am Computer räumlich um. Für den Künstler stehen diese zum Teil akribisch beschrifteten „Botanischen Diagramme“ mit ihren mechanischen und architektonischen Anklängen keineswegs im Widerspruch zu den organischen Formen von Blüten.

Botech Art

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Das Botanische Museum, Königin-Luise-Straße 6–8, präsentiert bis zum 1. November mit rund 40 Arbeiten, darunter auch Videokunst, die erste Einzelausstellung von Macoto Murayama in Deutschland. Der Künstler setzt sich mit drei verschiedenen Formenkreisen auseinander: „Wirbeln“ aus übereinandergelegten Blütenformen; „Spiralen“ unterschiedlicher (Blüten) Blattstellungen miteinander; und „Blütenstände“, deren Verzweigungen er untersucht. Seine Arbeiten zeigen seinen akribischen Blick für Details, ohne das Ganze aus den Augen zu verlieren. Echte Pflanzen und Blüten sind die Vorbilder für Macoto Murayamas Arbeiten, wie beispielsweise Sonnenblume und Platterbse. Diese zerlegt er mit dem Skalpell in Einzelteile und untersucht sie unter der Lupe. Seine Beobachtungen dokumentiert Murayama mit klassischen Skizzen und Fotografien. Die Umsetzung in die digitale Ebene modelliert er mit der 3D-Software 3ds Max. Einzelne Elemente werden dann mittels Adobe Photoshop zu größeren Kompositionen angeordnet, auch werden  Blüten verschiedener Pflanzenarten übereinandergelegt. Maßstäbe, Beschriftungen oder wissenschaftliche Namen ergänzen die Illustrationen. Murayamas großformatige Ausdrucke können als Botech Art bezeichnet werden, einer Symbiose aus Botanischer Kunst und Technologie.

Vorbild ist Humboldt

Alexander von Humboldt ist für Macoto Murayama eine besonders wichtige Inspirationsquelle. Der Titel seiner Berliner Ausstellung – KOSMOS – spielt auf das gleichnamige berühmte fünfbändige Werk (1845–1862) des großen Naturforschers an.

sara/red / Bilder: Frantic Gallery/Macoto Murayama

 

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