Mit den Partys kamen die Ganoven

Kriminalität: Deutlich mehr Straftaten an den Bahnhöfen Warschauer Straße und Ostkreuz.

Die Bahnhöfe Warschauer Straße und Ostkreuz sind nicht nur wichtige Verkehrsknotenpunkte, immer mehr Taschendiebe und andere Kriminelle mischen sich unter die Fahrgäste. „Die Straftaten haben sich hier deutlich erhöht“, sagt Jens Schobranski von der Bundespolizeidirektion. Dieser Negativ-Trend gilt auch für andere Stationen in Friedrichshain.

An der Warschauer Straße registrierte die Bundespolizei 2013 insgesamt 127 Straftaten. Im vergangenen Jahr waren es schon 200. Und die Bilanz des ersten Halbjahres 2015 zeigt auch deutlich nach oben: Bis Ende Juni wurden bereits 136 Straftaten registriert. Besonders die Taschendiebe haben hier Hochkonjunktur: Bis September verzeichnete die Polizei allein 98 Delikte. Am Ostkreuz, einer weiteren Drehscheibe des Partyverkehrs, ist die Tendenz ebenfalls steigend. 2013 erfasste die Bundespolizei 309 Delikte, im vergangenen Jahr 447. Im ersten Halbjahr 2015 waren es schon 317.

„Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgend etwas aus dem Bereich Warschauer Brücke oder dem RAW-Gelände an der Revaler Straße im Polizeibericht auftaucht“, sagt Sven Heinemann (SPD), Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Den deutlichen Anstieg der Kriminalität führt der Politiker auf die Entwicklung der Partyszene zurück: „Jetzt kommen die Dealer aus anderen Bereichen Berlins in den Bezirk.“ Deshalb möchte er die Polizeipräsenz auf dem RAW-Gelände dauerhaft erhöhen: „Die Dealer sollen sich gestört fühlen.“ Seitens der Eigentümer sei bereits zugesichert worden, die Beleuchtung zu verbessern und Videoüberwachung zu verstärken. „Man braucht eine mobile Präsenz der Polizei, sowohl in Uniform als auch in Zivil. Nur so kriegt man die Kriminalität in den Griff“, so Heinemann. „Besonders bei Taschendiebstählen ist berlinweit ein starker Anstieg zu verzeichnen. Die Bahnhöfe Frankfurter Allee, Ostkreuz, Warschauer Straße und Ostbahnhof spielen dabei aber nicht die Hauptrolle“, sagt Thorsten Peters, Pressesprecher der Bundespolizei. Der Ostbahnhof liege im berlinweiten Vergleich auf Platz sechs der Statistik und die Warschauer Straße auf Rang sieben. In der Frankfurter Allee werden schlafende Reisende während der Fahrt auf der Ringbahn bestohlen. Peters: „Die erinnern sich meistens nur noch daran, dass sie aus dem Club kamen, dann in der Bahn eingeschlafen sind und als sie aufwachten war ihr Handy oder die Brieftasche weg.“ Die Bundespolizei will die Ganoven jetzt mit der Ermittlungsgruppe (EG) Tasche jagen. Die Spezialeinheit konzentriert sich hauptsächlich auf Taschen- und Gepäckdiebstähle. „Wir beobachten die Kriminalität nicht nur, sondern tun auch etwas dagegen“, sagt Peters.

Anne-Lydia Mühle / Bild: imago/Pemax

 

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