Falten der Erinnerung

Kunst: Temporäre Installation an der Fassade des Rathauses Schöneberg.

Jedes Haus hat seine Geschichte, das Rathaus Schöneberg hat eine ganz besondere. Es hat bewegte Zeiten hinter sich: mit Willy Brandt, Richard von Weizsäcker, dem Besuch von John F. Kennedy, den vielen Demonstrationen, die vor dem Rathaus stattfanden. Seine monumentale Architektur spiegelt Macht wider, verbirgt aber auch den Fluss der Geschichte, das Vergehen und das Entstehen von Strukturen. Die Stoffinstallation „Falten der Erinnerung“ von Künstlerin Urte Beyer würdigt das Gebäude derzeit. Die Darbietung ist noch bis Ende November an der Hausfassade des Rathauses zu sehen.

Bewegliche Form

Eine Fotografie mit der Hauptfassade des Schöneberger Rathauses wurde im Miniaturformat auf eine Stoffbahn gedruckt. Diese nimmt die gesamte Länge und Höhe des Simses unterhalb des Banners „Wir waren Nachbarn“ ein. Das Motiv des Fotos konzentriert sich hauptsächlich auf die hervorstechenden, mit den weißen Rechtecken strukturierten Fenster der Hauptfassade. In die Stoffbahn wurden oben Falten genäht, so dass das Motiv eine fließende und bewegliche Form annimmt. Der gewohnte Blick auf den Eingangsbereich des Rathauses wird durch die Verdopplung der Hauptfassade unterbrochen. Urte Beyers Gedanken zu diesem Projekt: „Wie verändert sich eine vordergründig statisch, unveränderbar erscheinende Realität? Wie viel alter Geist bleibt – bewusst oder unbewusst – vorhanden, trotz oder gerade wegen Veränderung und Neuaufbau? Wo sind die Spuren vergangener Generationen, leben sie in der Stadt weiter oder lösen sie sich irgendwann ganz auf? Mein Projektvorhaben für das Portal des Schöneberger Rathauses: Falten der Erinnerung, ein Spiel mit den Strukturen im Fluss der Geschichte.“

Neue Orte

Teil zwei des Projektvorhabens „Falten der Erinnerung“ wird am 7. und 8. November (Samstag 14 bis 20 Uhr, Sonntag 12 bis 18 Uhr) im Atelier am Südkreuz, Werner-Voß-Damm 62, im Rahmen der „Schöneberger Art“ präsentiert. Motive werden Fotografien und Stadtbaupläne des heutigen Erscheinungsbildes vom Potsdamer und Leipziger Platz sein. Für die Ausstellung im Atelier sollen drei Objektleuchtkästen mit Stoffgebäuden entwickelt werden. Auch hier geht es um den Gedanken der Transformation im Fluss der Geschichte.

Sara Klinke / Bild: Urte Beyer

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