Der Mutmacher

Sven Marx radelt trotz Behinderung durch alle Kontinente – jetzt berichtet er öffentlich über USA-Trip und Weltreise-Pläne.

Trotz massiver Erkrankungen hat sich der in Weißensee aufgewachsene Sven Marx seinen Lebensmut nicht nehmen lassen. Mit dem Fahrrad war er schon auf allen Kontinenten unterwegs, 2017 plant er eine Weltreise.

Das Schicksal meinte es nicht gut mit Sven Marx. Vor sechs Jahren erhielt der Tauchlehrer aus Berlin eine Schock-Diagnose: Hirntumor! Und zwei Jahre später gab es die nächste böse Überraschung, als Marx auch noch an Hautkrebs erkrankte.

Weltreise geplant

CR_LVS_WE_KimonoDoch trotz massiver Einschränkungen hat sich der in Weißensee aufgewachsene Marx seinen Lebensmut nicht nehmen lassen: Mit dem Fahrrad bereiste er Länder auf allen Kontinenten – und will 2017 eine Weltreise starten. Nachdem er Anfang des Jahres im Stadteilzentrum Biesdorf, Alt-Biesdorf 15, bereits erzählte, wie er vom „Pflegefall zum Globetrotter“ wurde, hält er dort am 18. November, um 18.30 Uhr, einen weiteren Vortrag: Unter dem Titel „Die Route 66, der Donkey und ich“ vermittelt Marx dann Eindrücke von seiner Tour durch die USA, mit der er sich auf seine geplante Weltreise vorbereitet (Eintritt: sechs Euro).

„Die USA wird meine Strecke für die Wintermonate sein, da kann ich gut durch Regionen fahren in denen es nicht so kalt wird“, erklärt Marx seine Entscheidung für den Trip in die Vereinigten Staaten. Das genaue Ziel stand dabei schnell fest: „Für meine Vorbereitungstouren wähle ich meistens Distanzen zwischen 3.000 und 4.000 Kilometern. Die Strecke zwischen Los Angeles und Chicago passte da ganz gut – es klingt aber viel besser wenn man sagt: ‚Ich war schon mal auf der Route 66‘“, meint Marx.

Keine Hexerei

Dass er heute überhaupt solche Strecken zurücklegen kann, wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Als Marx, von mehreren Operationen stark geschwächt, das erste Mal überhaupt eine längere „Reise“ mit dem Rad unternehmen konnte, fuhr er sieben Kilometer bis zum Brandenburger Tor. Dass solche Distanzen für ihn mittlerweile Spaziergänge sind, soll auch anderen Menschen Hoffnung machen. „Mit meinen Vorträgen möchte ich zeigen, dass Inklusion keine Hexerei ist“, erklärt Marx. Das Publikum bekommt dabei aber nicht nur Mutmachendes, sondern auch viele unterhaltsame und abenteuerliche Geschichten zu hören. Die Begegnungen, etwa in einem Indianer-Reservat, Fahrten durch die Wüste und Pausen am Grand Canyon werden den Zuhörer im Stadteilzentrum Biesdorf auch mit Fotos veranschaulicht. Dabei weiß Marx durchaus lebhaft zu erzählen, beispielsweise wie er seine Fahrt durch Nevada aufgrund des starken Windes, der ihn immer mehr auf die Fahrbahn drückte, eines Nachts unterbrechen musste und unter einem Wasserdurchlass schlief. „Die Nacht war sehr unruhig, da ich darauf achtete, dass mein Schlafsack immer schön geschlossen ist. Es gibt ja nicht nur große Tiere in der Wüste, nein, Skorpione und Schlangen sind massenhaft unterwegs“, berichtet Marx, der am nächsten Morgen angesichts des noch immer starken Windes beschloss, den Rest der Strecke zu trampen. Gleich der erste Pick-up hielt – und der Fahrer half Marx nicht nur, indem er ihn mitnahm. „Er erzählte, dass er zwei Jahre mit dem Planwagen, seiner Frau und vier Pferden durch Amerika unterwegs war und gab mir sehr viele Tipps, vor allem hinsichtlich der Klapperschlangen am Straßenrand“, so Marx.

Philip Aubreville / Bilder: Sven Marx

 

WEITERSAGEN