Ran an die Tiere

Tourismus: Mit dem ersten Spatenstich am Löwentor startet der Zoo Berlin seine Zukunft.

Artgerechter, größer, schöner, näher dran. So sieht der Zoo Berlin seine Zukunft, für die er in den nächsten 15 bis 20 Jahren mehr als 60 Millionen Euro investiert. Aus eigenen Mitteln, denn anders als der Tierpark Berlin finanziert der Zoo seine Bauprojekte ausschließlich aus Spenden und Erbschaften.Mit dem ersten Spatenstich vom Montag zum Umbau des Eingangs Löwentor am Hardenbergplatz ist der Anfang gemacht. Die Zahl der Kassen verdoppelt sich auf insgesamt acht. Außerdem entstehen dort ein Service-Center sowie ein Zoo-Shop. Der Ein- und Ausgang wird künftig über ein barrierefreundliches Drehkreuz geregelt. Der neue Eingang orientiert sich an den klassischen Pavillons und akzentuiert das denkmalgeschützte Löwentor. Hochwertige und nachhaltige Materialien, wie Holz, werden verwendet. Die Kosten für den kompletten Umbau sollen vier Millionen Euro nicht überschreiten.

Weiter geöffnet

Von April 2014 bis Februar 2015 hatte das Zoo-Team rund um Direktor Dr. Andreas Knieriem gemeinsam mit den Fachplanern von dan pearlman einen Ziel- und Entwicklungsplan (ZEP) erarbeitet, der mehr als 150 Seiten umfasst. Er wurde im Juni 2015 dem Aufsichtsrat des Zoos präsentiert. Ziel des ZEP ist es, mehr Platz für die Tiere zu schaffen und Besucher näher an ihre Lieblinge herankommen zu lassen. Dafür wird viel saniert, um- und neu gebaut. Einige Projekte, wie die Umgestaltung der Großvoliere oder der Umbau der Raubtieranlage sind bereits angelaufen. Für andere Vorhaben werde ein Zeitplan gerade entwickelt. Nashörner und Tapire sollen künftig in einem Nachbau des historischen Elefantentempels unterkommen. Besucher können diese dann neben dem Löwentor auch unter Wasser beobachten. Die Elefanten ziehen in ihr 2,3 Hektar großes neues Zuhause jenseits des Landwehrkanals. Die dort entstehende größte Anlage dieser Art in Deutschland überspannt ein Foliendach, das auch im Winter für genügend UV-Licht sorgt. Ein Neubau wird das berühmte Zoo-Aquarium erweitern. Die von Kanzlerin Merkel jüngst angekündigten Pandas erwartet ebenfalls bald ein neues Zuhause, das innerhalb von nur zwölf Monate entstehen soll – sobald deren Abreise aus China konkret wird. „Wir hoffen auf einen milden Winter, um spätestens vor den Sommerferien 2016 mit dem Umbau am Löwentor fertig zu werden. Auch während der Bauphase wird der Eingang am Löwentor für Besucher weiterhin geöffnet bleiben. Nicht zu vergessen, wir haben im Zoo die komfortable Situation eines weiteren Eingangs: das wunderschöne Elefantentor“, so Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. „Die Erweiterung der Kassen am Löwentor ist mir eine Herzensangelegenheit – ebenso wie der gesamte Ziel- und Entwicklungsplan. Ich freue mich, dass wir mit diesem Plan eine gute Basis haben, den Zoo Berlin in den nächsten 15 bis 20 Jahren weiterzuentwickeln und seine Attraktivität maßgeblich zu steigern. Mit diesem Plan haben wir einen guten Grundstein gelegt, um die positive Entwicklung des Zoos fortzusetzen“, sagt Frank Bruckmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Zoo Berlin AG.

Michael Hielscher / Bild: Zoo Berlin

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