Ausstellung über Filetlage

Dragonerareal: Studenten zeigen ihre Entwürfe für die Bebauung.

Es liegt in bester Lage, direkt am Mehringdamm: das Dragonerareal. Die 4,7 Hektar große Fläche, auf der früher eine Kaserne stand, ist nach dem Tempelhofer Feld die zweitgrößte bebaubare innerstädtische Liegenschaft. „Hier ist eine kleingewerblich genutzte, introvertierte Welt entstanden“, beschreiben Studenten der TU Berlin um Martin Murrenhoff und Professor Jörg Stollmann den Mikrokosmos am Mehringdamm, der seit den 60er Jahren baulich nicht verändert wurde. Mit dem Ausbau des Dragonerareals haben sich in den Jahren 2014 und 2015 die Cornell University aus New York und die Technische Universität Berlin auseinandergesetzt. Ihre Entwürfe dazu sind jetzt in der Galerie des Architekturmuseums (Straße des 17. Juni) zu einer Ausstellung zusammengefasst. Begleitet wird sie von einer aktuellen Fotoserie des Architekturfotografen Andrew Alberts über das Dragonerareal und historischem Material, wie beispielsweise dem noch immer gültigen Bebauungsplan aus den 60ern. Die spannende Frage ist jetzt, wie wird dieser Bebauungsplan umgewandelt, um das Gelände zu entwickeln. Die Privat-Uni aus USA legt unter der Anleitung der Architekten Tim Heide, Till Hoffmann und Verena von Beckerath einen stärkeren Schwerpunkt auf Stadtentwicklung und Architektur. Stollmann und Murrenhoff orientieren sich mit ihrer Gruppe eher an den realen Bedingungen. Sie haben sich mit Akteuren aus der Nachbarschaft und der Verkehrssituation auseinandergesetzt. Eine wichtige Rolle spielen dabei zwei Konsortien, die sich auch an den Vergabeverfahren beteiligt haben. Im September dieses Jahres hatte der Finanzausschuss im Bundesrat beschlossen, das Gelände, dessen Eigentümer der Bund ist, nicht zum spekulativen Höchstpreis, sondern zum Verkehrswert zu verkaufen. Daduch steigen die Chancen für bezahlbaren Wohnungsbau, Kultur und Kleingewerbe statt Luxuswohnungen.

Die Ausstellung ist bis zum 17. Dezember zu sehen und ist Montag bis Donnerstag, von 12 bis 16 Uhr, geöffnet.

Anne-Lydia Mühle / Bild: imago/PEMAX

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