Imam verurteilt Anschläge

Heinersdorf: Ahmadiyya-Gemeinde zu Terror und Islam.

Mit einer Einladung an zahlreiche Pressevertreter vermittelte die Ahmadiyya-Gemeinde in Heinersdorf eine deutliche Botschaft: „Wir verurteilen die Terror-Anschläge in Paris aufs äußerste“, so der Imam (Vorbeter) der Gemeinde, Said Ahmed Arif. Die Gemeinde nahm die Anschläge zum Anlass, um eine Diskussion über Islam und Terrorismus in der Moschee in der Tiniusstraße zu führen. Wieder einmal fühle sich die islamische Gemeinde genötigt, sich von abscheulichen, extremistischen Anschlägen zu distanzieren.

Besser hinschauen

Der Imam sehe keinen Widerspruch im islamischen Glauben und dem Rechtsstaat. Viel mehr glaubt er, dass soziale Probleme und gescheiterte Integration, sowie global gesehen auch militärische Eingriffe zu einer Radikalisierung führen würden. Hierzu erklärte Saif, dass der Islam zwar Instrument, nicht aber Ursache des Terrorismus sei. In Deutschland sei es vor allem wichtig, verschärfter auf eine gute Eingliederung in die Gesellschaft zu setzen. Vor allem in Schulen müsse besser hingeschaut werden, um zu verhindern, dass sich junge Muslime radikalen Strömungen anschließen würden. Dabei glaubt der Vorsteher der Ahmadiyya-Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser, dass Deutschland in Sachen Integration noch erheblich besser dastehe als beispielsweise Belgien, wo es rechtsfreie Räume gäbe, die als Brutstätten des Islamismus gelten. Said Ahmed Arif nimmt vor allem die islamischen Gemeinden in die Pflicht, Radikalisierung über eine gute Sozialarbeit zu vermeiden. Radikalisierung junger Muslime sei ein Problem, das die islamische Gemeinde nicht ignorieren dürfe. „Aber es ist auch ein Problem, das wir nur gemeinsam lösen können.“

Gut integriert

Die weiße Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde wurde 2008 in Heinersdorf erbaut. Nachdem es am Anfang noch Proteste von einigen Anwohner gab, hat sich die Gemeinde mittlerweile gut in den Ortsteil eingefügt (Berliner Abendblatt berichtete). „Wir erleben keine Anfeindungen aus der Nachbarschaft“, sagt Arif. Das liege vor allem auch daran, dass sich die Gemeinde regelmäßig bemühe, ihre Türen für Interessierte zu öffnen, beispielsweise in Form des Tags der offenen Tür oder zu interreligiösen Dialogen. Das sei vor allem nach Attentaten, wie sie in Paris geschehen sind, besonders wichtig. „Wir spüren in Diskussionen natürlich schon, dass sich die Stimmung nach Anschlägen wie in Paris wandelt“, so der Imam.

Text und Bild: Nabila Lalee

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