Ein Zirkus für die gute Sache

Der Kinder-Circus CABUWAZI, der auch in einem Zelt hier im Bezirk mit Kindern trainiert, erhielt für seine tolle Arbeit mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien den Hauptstadtpreis für eines der besten Berliner Projekte zum Thema Toleranz und Integration überreicht.

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Sogar am Trapez üben die Kinder die Zirkusnummern

Schon länger engagiert sich der Berliner Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi für Kinder und Jugendliche aus geflüchteten Familien. Mit dem Projekt „Cabuwazi Beyond Borders“ wurde Anfang des Jahres die Arbeit intensiviert und ein eigenständiges Team zusammengestellt. Die Zirkuspädagogen – die selber aus unterschiedlichen Kultur- und Sprachkreisen kommen – waren mit ihrem Jongliermaterial, mit Akrobatikmatten und Hula-Hoop-Reifen in Übergangswohnheimen unterwegs. Dort trainierten sie in den Ferien oder in regelmäßigen Kursen mit Kindern aus Syrien, Afghanistan oder Albanien. Auch am Zirkusstandort in Marzahn bietet der Cabuwazi schon seit über drei Jahren Kurse für Kinder aus Flüchtlingsfamilien an. „Wir waren in Berlin sogar die Ersten, die so etwas angeboten haben. In unserer direkten Nachbarschaft haben wir ja ein Flüchtlingswohnheim – es bot sich also an, gemeinsam mit der nahen Peter-Pan-Schule ein solches Projekt hier zu initiieren“, erläutert Florian Gögert, der künstlerische Leiter des Cabuwazi in Marzahn-Hellersdorf. Im Laufe der Jahre kamen um die 200 Kinder zu den Übungen und Trainings, die der Zirkus offen für alle immer montags ab 15 Uhr anbietet.

Multikulti

Aus Syrien, Ägypten, Eritrea, Vietnam, Afghanistan, Pakistan, Irak, Iran, Vietnam, Libanon und den westlichen Balkanstaaten kamen die Kids im Alter zwischen sieben und elf Jahren, die hier an den Workshops teilnahmen. „Natürlich waren auch immer deutsche Kinder mit von der Partie. Die bunte Mischung hat ja eine große Tradition in der Geschichte des Zirkusses“, erklärt Gröger, der schon seit einem Vierteljahrhundert beim Cabuwazi-Zirkus in Marzahn tätig ist. „Akrobatik, Balance-Akte, Jonglage, Hula-Hoop-Übungen, Einradfahren und natürlich Clownsspiel sind die Übungen, die der Zirkus im Angebot hat und die immer auch bei einer Vorstellung mit Eltern und Verwandten vorgeführt werden.“

Das Prinzip

„Zirkusarbeit ist perfekt zur Übung der Teamfähigkeit und Integration. Wenn in einer Akrobatikpyramide jeder jeden festhalten muss, dann muss man Vertrauen haben und für das Team da sein und Vertrauen spenden“, erklärt Görges, der besonders in der Regelmäßigkeit der Trainings in einem geschützen Raum das Erfolgsgeheimnis der Zirkusarbeit sieht. „Zirkus ist auch eine Sache, in der man relativ schnell Erfolgserlebnisse erlebt. Im Zirkus gibt es einfach auch keine Niederlage: „Wer etwas nicht sofort schafft, trainiert einfach solange weiter bis es geht. Wenn es dennoch nicht klappt, gibt es trotzdem Applaus vom Zuschauer“, so Gröger, der seit sieben Jahren am Standort Marzahn tätig ist und mit den 15 Trainern und Mitarbeitern die Arbeit hier gestaltet.

Stefan Bartylla / Bilder: Yves Sucksdorff 

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