Wilmersdorfer Trio am Gourmethimmel

Gastronomie: Restaurantführer „Guide Michelin“ adelt gleich drei Köche aus Wilmersdorf.

Die Gerüchteküche brodelte schon seit den Morgenstunden. Um 12 Uhr war es endlich soweit. Auf der Pressekonferenz wurde der neue, jährlich erscheinende Restaurantführer „Guide Michelin“ vorgestellt – und die darin begehrten „Michelin-Sterne“, vergeben an die besten Köche. Berlin ist mit 26 Sternen für 20 Lokale Spitzenreiter. Drei der Köche führen ihr Restaurant in Wilmersdorf.

Mit Freudentränen

Stephan Garkisch

Stephan Garkisch

Stephan Garkisch, einer der Ausgezeichneten, stand an diesem Morgen am Herd seines Restaurants „Bieberbau“, Durlacher Straße 15, in der Nähe des Bundesplatzes. Freunde hatten ihn kurze Zeit vorher über Facebook informiert. Er war unsicher bis zur offiziellen Bestätigung. Es ist sein erster Stern. Entsprechend große war seine Freude. Die Inspektoren des „Guide Michelin“ genossen in seinem Restaurant „die persönlich-familiäre Führung und die überaus schmackhafte Küche“. Besonders hoben sie hervor, dass seine Küche „keinen übertriebenen Luxus braucht, sondern vielmehr auf Kräuter setzt“. Stephan Garkisch ist zufrieden. Gut findet er daran, dass „kleinere Läden nun auch beachtet werden.“

Markus Semmler

Markus Semmler

Als Markus Semmler es erfuhr – weinte er. Dafür hatten er und sein Team drei Jahre lang gekämpft. „Endlich ist der Druck abgefallen.“ Es ist für „Das Restaurant“, Sächsische Straße 7, in der Nähe des Ludwigkirchplatzes „eine ganz besondere Auszeichnung“. Im „Guide Michelin 2016“ steht, dass in der dortigen Küche „das Produkt absolut im Mittelpunkt“ stehe. Semmler, Gastronom in siebter Generation, „kennt es nicht anders.“ Er meint, wenn der Stern nicht gekommen wäre „hätte ich das Restaurant zugemacht. Weil es sich ohne Stern nicht lohnt.“ Die Haut Cousine, die gehobene Küche, fordert ihren Preis.

Stern beflügelt

Nur wenige Kilometer entfernt, in „Frühsammers Restaurant“, Flinsberger Platz 8, im Clubhaus des Grunewalder Tennisclubs, lasen Sonja Frühsammer und Ehemann Peter (Titelbild), der ehemals jüngste Sternekoch Deutschlands, im Internet davon, dass sie wieder einen Stern erhalten. Der zweite in Folge. Die Tester hatten sich beim Besuch „in ihre kleine Gourmet-Welt“ entführt gefühlt. Eine Bestätigung dafür, dass alles so bleiben soll, wie es ist. Frühsammers möchten nur „im Detail präziser“ werden, um ihre Stammkunden weiterhin zu verwöhnen. Und neue zu gewinnen. Der Michelin-Stern hat für Sonja Frühsammer bis heute seine Strahlkraft nicht verloren. Bei der Premiere im Vorjahr hatte sie ihren Mann Peter an die Hand gefasst und mit Blick auf die eigenen Gäste gesagt: „Guck mal, die gehen jetzt in ein Sterne-Restaurant.“ Ihr Mann bemerkte damals, „wie stolz sie war“. Für Köche steht der Stern für weltweite Beachtung. Angeblich sind dadurch sogar Umsatzzuwächse in fünfstelliger Höhe möglich. Aber der „Michelin-Stern“ ist nicht konkurrenzlos. Die Haute Cousine kennt auch Plätze in der „Pellegrino“-Liste, verliehene Hauben und Mützen beim „Gault&Millau“, Pfannen vom „Gusto“, Diamanten beim „Varta-Führer“, Kochlöffel beim „Schlemmeratlas“ und Punkte im „Feinschmecker“. Allesamt stehen für Service, Ambiente und außergewöhnliche Küchenleistungen.

Christina Praus / Bilder: MichaelBrunner / C. lanninger / Jens Darsow

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