Kompromiss rettet den Drugstore

Jugendzentrum: Keine Mieterhöhung, aber weniger Platz für Kinderveranstaltungen.

Es war ein harter Kampf, aber am Ende sind alle zufrieden: Der Mietvertrag mit dem „Drugstore“, Berlins ältestes selbstverwaltetes Jugendzentrum, dem Jugendclub „Potse“ und dem Stadtteilverein Schöneberg wurde um zwei weitere Jahre verlängert. Nachdem der Eigentümer des Gebäudes in der Potsdamer Straße 180–182 die Gewerbemiete von 7,22 Euro auf ortsübliche 11,50 Euro pro Quadratmeter erhöhen wollte, stand die Jugendarbeit im Schöneberger Norden vor dem Aus. Jetzt haben sich die Parteien auf einen Kompromiss geeinigt: Die Miete wird nicht erhöht, dafür steht für Kinderveranstaltungen allerdings nur noch die Hälfte der Fläche zur Verfügung.

Angebote fallen weg

„Wir sind froh, dass es im Kiez weitergehen kann. Jetzt muss das Bezirksamt den Entwurf nur noch unterschreiben“, freut sich Bezirksstadtrat Oliver Schworck. Leider können durch den Kompromiss nicht mehr alle Angebote erhalten bleiben, die Flächenreduzierung geht auf Kosten der Kinder. „Aber ich bin zuversichtlich. Alle Betroffenen sind miteinander im Gespräch und versuchen die Auswirkungen zu dezimieren“, so Schworck. Der Stadtteilverein Schöneberg, der das „PallasT – Jugend- und Kulturhaus“ um die Ecke in der Pallasstraße 35 betreibt, bietet in Zukunft von dort aus musikalische Früherziehung, internationales Theater und Tänze und die Hausaufgabenbetreuung für Schüler an. Welche Abstriche jetzt in der Potsdamer Straße gemacht werden müssen, konnte der Stadtrat noch nicht sagen. Alle Beteiligten hoffen natürlich, dass das Programm für die Kinder zwischen sechs und 14 Jahren möglichst ungekürzt weiterläuft. Tischtennis und Billard spielen, Hip-Hop und Line-Dance, Theater, gemeinsames Kochen, Malen und Basteln.

Freizeit selbst gestalten

CR_LVS_SC_DrugstoreDer Drugstore ist mit über 40 Jahren eines der ältesten selbstverwalteten Jugendzentren Deutschlands. Seit 1972 in der Potsdamer Straße 180 ansässig, ist es ein Freiraum für Jugendliche, die ihre Freizeit hier selbst gestalten. Von Konzerten, Partys, Soli- oder Infoveranstaltungen, Lesebühne, Tabletop bis hin zu Filmvorführungen, Teeküche, Siebdruck, Fotolabor, Werkstatt und Proberäumen bietet der Laden ein umfassendes Angebot. Auch für Randgruppen ist im Drugstore Platz. Straßenkinder und Trebegänger können hier kostenlos Wäsche waschen und duschen. Der gesamte Betrieb wird von Jugendlichen ohne Hilfe von Sozialarbeitern gemeistert, alle Veranstaltungen sind kostenlos.

Anke Walter / Bild: Stefan Bartylla

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