900 Wohnungen für die Cité Foch

Immobilien: Vertrag stoppt den Verfall in der ehemaligen französischen Alliiertensiedlung.

Jetzt ist es beschlossene Sache: Der Verfall der Cité Foch wird gestoppt. Dort, wo bis zum Abzug der Alliierten im Jahr 1994 französische Militärangehörige lebten, wird ein neues Quartier mit bis zu 900 Wohnungen entstehen. Dies sieht ein städtebaulicher Vertrag vor, der jetzt von Baustadtrat Martin Lambert (CDU) und Christine Conradt-Rakei von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) unterzeichnet wurde. Im vergangenen Jahr hatte der Bezirk bereits den Abriss des seit Jahren leerstehenden Einkaufszentrums angekündigt. Das Gebäude ist inzwischen zum Schandfleck von Wittenau verkommen. Unkraut hat sich durch die Stufen gefressen, die zersplitterten, leeren Fensterhöhlen sind mit Spanplatten vernagelt, Graffitis an die Wände geprüht. Auch an dieser Stelle sollen bald neue Wohnungen gebaut werden (Berliner Abendblatt berichtete).

Straßen aufbessern

Darüber hinaus ist der Abriss weiterer leerstehender Gebäude geplant, die einst von den Franzosen genutzt wurden und nun von Verfall und Vandalismus betroffen sind. Dazu zählen zum Beispiel das ehemalige Hallenbad und ein Gebäude, das vom Bundenachrichtendienst als Abhörstation genutzt wurde. Die Bebauungspläne der BImA sehen zwei- bis viergeschossige Wohnungen vor. Außerdem verpflichtet der Vertrag die Bundesanstalt auch zur Schaffung öffentlichen Straßenlandes. Bisher haben alle Straßen in der Cité Foch einen Privatstatus und können dadurch nicht von BVG-Bussen befahren werden. Für den Packereigraben, einem Kleingewässer, das die Grenze zwischen der Cité Foch und dem Ortsteil Waidmannslust zieht, ist eine Begrünung vorgesehen. Die Fertigstellung des Bebauungsplanes ist für 2017 vorgesehen. Im gleichen Jahr könnte auch der Startschuss für den Wohnungsbau fallen. Laut Christine Conradt-Rakei sei die große Anzahl an neuen Wohnungen keine große Herausforderung für die bestehende Infrastruktur. Schulen seien in der Umgebung ausreichend vorhanden.

In Gesprächen

In den vergangenen Jahren ist die BImA vor allem gegen den Leerstand in der Siedlung angegangen. Betrug dieser vor 15 Jahren noch mehr als 30 Prozent, sei nach Sanierungsmaßnahmen inzwischen kaum noch eine Wohnung unbewohnt. Bevor das Areal nun bebaut wird, muss die Cité Foch allerdings an einen neuen Eigentümer gehen. Derzeit befindet sich die BImA in Verkaufsverhandlungen mit dem Senat. Entscheidend für den Abschluss der Verhandlungen ist der Wert der Siedlung, der derzeit noch ermittelt wird. Sollte sich der Senat aufgrund eines zu hohen Kaufpreises gegen die Siedlung entscheiden, sei die BImA aber zuversichtlich, auch bei privaten Investoren auf großes Interesse zu stoßen.

Text & Bild: Nabila Lalee

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