Ladys Lunch für Flüchtlinge

Soziales: Gabriele Fliegel vom Wirtschaftshof Spandau vermittelt berufliche Kontakte.

Sie ist nicht nur eine erfolgreiche Unternehmerin, sie nutzt ihre Kontakte auch, um zu helfen. Deshalb hat die Vorsitzende des Wirtschaftshofs Spandau, Gabriele Fliegel, gemeinsam mit Dr. Britta Marschke, Leiterin der Gesellschaft für Interkulturelles Zusammenleben (G.I.Z.), vor einem Jahr den „Ladies Business Lunch“ aus der Taufe gehoben. Das Ziel: Die Vermittlung von Praktika an Flüchtlinge.

Einladung gefolgt

15 Damen aus der Geschäftswelt waren der zweiten Einladung zum Lunch gefolgt. IBB-Bank, Deutsche Bahn, Johannesstift Spandau, Bezirksamt, Jobcenter und Unternehmerinnen vom Wirtschaftshof Spandau waren vertreten. Britta Marschke brachte zehn weibliche und männliche Flüchtlinge mit, die bei der GIZ Deutsch lernen. „Erstaunlich, wie gut sie in der kurzen Zeit schon unsere Sprache beherrschen“, sagt Gabriele Fliegel. Unter den Flüchtlingen waren Ärzte, Ingenieure, Bankkaufleute, Sportlehrer, Krankenschwestern, Pfleger, Juristen, Marketingmanager.

Alle trugen sich in eine Liste ein und beschrieben kurz ihren Berufsstatus. Dann wurden sie berufsorientiert neben den entsprechenden Unternehmerinnen platziert. Spätestens beim Büfett wurden die ersten Kontakte konkret. „Beide Seiten sollten sehen, ob‘s klappt und passt miteinander. Man kam in der schönen Atmosphäre von Raymons Fisch-Restaurant schnell ins Gespräch und der Blick über den Spandauer See machte einfach gute Laune. Alle waren sehr konzentriert und liebenswürdig, niemand benutzte ein Handy“, erzählt die Vorsitzende des Wirtschaftshofes.

„Frauen sind sehr wachsam und schaffen Vertrauen. Ich glaube, dass es den Flüchtlingen leichter fällt, mit Frauen zu sprechen, als mit Männern“, erklärt Gabriele Fliegel auf die Frage, warum keine Männer in der Runde sind. Nach 90 Minuten war der erfolgreiche Ladies Business Lunch beendet.

Gute Quote

„Ich werde zusammen mit Dr. Marschke prüfen, wo noch Hilfe gebraucht wird. Die Praktikanten sind über GIZ versichert, alle anderen Fragen können auch von dieser Stelle beantwortet werden. Die Erfahrung und der Erfolg des ersten Business Lunchs, in dem von zehn Praktikantinnen (es waren nur Mädchen eingeladen worden) neun einen Platz bekommen haben, lehrt uns, dass diese direkte Vermittlung Wünsche und Werte von deutschen und ausländischen Bürgern gut zusammenbringt“, resümiert Gabriele Fliegel. Im Januar ist das nächste Treffen geplant.

Anke Walter / Bild: Alexander Hausdorf

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