Hurra, hurra, die Schule bleibt

Gutachten: Schulbetrieb in der Franz-Carl-Achard-Grundschule könnte ab kommenden Schuljahr weitergehen – Sanierung ab 2019.

Doch kein Abriss der Franz-Carl-Achard-Grundschule. Nachdem das Gebäude zu Schuljahresbeginn aufgrund Hausschwammbefalls und diverser Holzschäden für den Schulbetrieb geschlossen wurde, mussten die rund 350 Schüler seitdem jeden Morgen die Marcana-Schule zehn Kilometer in den Norden des Bezirks per Bus chauffiert werden. Der Abriss des alten Schulgebäudes zum 20. Januar stand jetzt bevor – ein modularer Ergänzungsbau sollte an dieser Stelle in der Folge errichtet werden. Entscheidungen und Einschätzungen, die der Großteil der Eltern, noch Stadtteilhistoriker des Heimatvereins akzeptieren wollten. Auf der Sitzung des Marzahn-Hellersdorfer Schulausschusses Anfang Januar gab es nun die Wende. Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) gab dort bekannt, dass der für den 20. Januar geplante Abriss der 104-jährigen Franz-Carl-Achard-Schule in Kaulsdorf ausgesetzt wird. Der Abschlussbericht des in Auftrag gegebenen Gutachtens sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bausubstanz der Schule eine Sanierung möglich mache.

Neue Erkenntnisse

Erst vor wenigen Tagen war dieser Prüfbericht an die Öffentlichkeit gekommen, in dem der Aufwand, der sich „in Grenzen“ hält – beschrieben wird. Bis August 2016 kann die Schule wieder soweit gesichert werden, dass ein Bertrieb ab Schuljahr 2016 wieder gewährleistet werden kann Die Nutzung ist danach bis zum Jahr 2019 möglich. Bis dahin kann die Sanierung der Franz-Carl-Achard-Grundschule geplant und vorbereitet werden. Im Anschluss daran könnte die Sanierung innerhalb von zwei bis drei Jahren möglich sein. auf dem benachbarten Sportplatzgelände soll zudem die Errichtung eines Modularen Ergänzungsbaus weitere zwölf Klassenräume schaffen. Damit könnte die Schulkapazität um rund 30 Prozent erweitert werden.

Bezirksbürgermeister Komoß hatte bereits im September, kurz nach Schulschließung im Schulausschuss die Auffassung vertreten, ein Abriss und Neubau eines „Modularen Ergänzungsbaus MEB“ sei alternativlos. Eine Einschätzung, die er erneut am Ende November in der Sitzung des Unterausschusses Bezirke des Berliner Abgeordnetenhauses bestätigt hatte.

Neue Variante

„Wir haben uns sofort nach Kenntnis des Gutachtens für die neue Variante mit Erhalt des alten Gebäudes entschieden und dafür politisch eingesetzt. Denn es entspricht dem Elternwillen und dem Willen der Kaulsdorfer und Mahlsdorfer Bürger, die historische Schule noch für die nächsten Generationen zu erhalten. Die Entscheidung zum Abriss auf Grund anderer Tatsachen ist damit zum Glück vom Tisch.“, erklärten die SPD-Abgeordneten Iris Spranger und Sven Kohlmeier in einer Stellungnahme an die Presse.

Die Kosten

Die neue Lösung mit Sanierung und zusätzlichem Modularen Ergänzungsbau dürfte laut grober Einschätzung des Immobilienstadtrates Stephan Richter (SPD) rund 9,3 Millionen Euro kosten. Ein Abriss plus Neubau in der neuartigen Bauweise koste rund 6,5 Millionen Euro. „Die jetzige Lösung hat natürlich auch viel mehr Charme“, so Stadtrat Richter.

Text und Bild: Stefan Bartylla 

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