Ein Traumhaus für die Bildung

Kursangebote: Der Volkshochschulstandort in der Karlsgartenstraße wurde erweitert.

Die Volkshochschule Neukölln (VHS) hat einen gewaltigen Sprung gemacht. So formulierte es deren Leiter Bernd R. Müller bei der feierlichen Übergabe des Erweiterungsbaus in der Karlsgartenstraße 6. Es handelt sich um die frühere Kurt-Löwenstein-Schule, die bis zu ihrer Fusion mit der Röntgen-Schule dort ansässig war. Daher heißt der gesamte VHS-Standort nun Kurt-Löwenstein-Haus – eine Würdigung des einflussreichen Reformpädagogen aus den 1920er-Jahren. In dem neuen Trakt sollen ab sofort vor allem Integrations- und Deutschkurse für Flüchtlinge angeboten werden. Daneben werden auch Kurse in den Bereichen Kunst, Theater, IT, Alphabetisierung und Kochen angeboten.

Räume gesucht

„In Zeiten des lebenslangen Lernens und verstärkter Zuwanderung sind kommunale Bildungseinrichtungen wichtig, die Volkshochschule wächst, weitere Unterrichtsräume in anderen Häusern werden gesucht“, erklärte Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer (SPD). „Mit diesem Gebäude geht ein Traum in Erfüllung.“ Und zwar aus mehreren Gründen: Erstmals verfügt die VHS über ein eigenes Haus im Besitz des Bezirks, das zahlreiche Kurse an einem Ort ermöglicht und das nach den Erfordernissen moderner Erwachsenenbildung ausgestattet werden konnte, so Rämer. „Die neue Lehrstätte macht das Angebot unserer VHS wesentlich attraktiver und bietet neue Möglichkeiten.“ Neben 24 Unterrichtsräumen mit interaktiven Whiteboards und Internetzugängen besitzt die VHS erstmals eine eigene Lehrküche. In ihr finden Kochkurse statt, die gesunde Ernährung und die Begegnung der Kulturen in der Küche zum Schwerpunkt haben. Für die Theaterpädagogikkurse, in denen Schauspieler und Pädagogen berufsbegleitend zu „Spielleitern“ fortgebildet werden, ist ein großer Theater- und Veranstaltungsraum im Erdgeschoss vorgesehen. Hier sind auch Aufführungen vor kleinerem Publikum, Lesungen und Tagungen möglich. Ein Kunstraum im Erdgeschoss bietet Platz für Malen, Zeichnen und alle weiteren Techniken der Bildenden Kunst.

Offen für alle

Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) betonte die Bedeutung der Erweiterung für die Förderung von Integration. „Wir kriegen die Türen eingerannt von Leuten, die einen Sprachkurs machen wollen“, sagte sie. „Dies ist aber ein Haus für alle Bürger.“ Das Programmangebot setzt auf Vielfalt. Mit „so isst die Welt“ wird in der Lehrküche Länderkunde betrieben, in Englisch-, Französisch-, Spanisch-, Schwedisch-, Türkisch- oder Dänischkursen kann die Landessprache erlernt werden. Ubuntu, Android und Java stehen für die Spezialgebiete des Computerbereichs und vom Marketing bis zum Mahnwesen werden Themen des Berufs behandelt. Im Zeitraum bis zu den Sommerferien werden laut Bezirksamt 400 Kurse mit mehr als 25.000 Unterrichtsstunden im Kurt-Löwenstein-Haus angeboten, die wochentags von morgens bis spät abends und auch am Wochenende stattfinden. In den Ferien wird es ein spezielles Ferienprogramm geben. Für die Renovierung des Schulgebäudes hat der Bezirk nach eigenen Angaben 245.000 Euro aufgewendet, in die Ausstattung flossen 131.000 Euro aus Mitteln der Volkshochschule.

Text & Bild: Nils Michaelis

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