Keine ruhige Kugel

Billard: Bei den German Masters trifft sich im Tempodrom Berlin fast die komplette Weltspitze des faszinierenden Snooker-Sport.

Die Erfolgsgeschichte geht in die nächste Runde. Noch bis 7. Februar macht mit den German Masters 2016 eines der beliebtesten Snooker-Events weltweit Station in Berlin. Für die sechste Auflage des Ranglistenturniers ist die Hauptstadt an fünf aufeinanderfolgenden Tagen erneut zur Pilgerstätte der internationalen Profi-Szene geworden.

Hoch gehandelt

Im britisch dominierten Teilnehmerfeld buhlen neben dem Titelverteidiger und Weltranglistenersten Mark Selby (kl. Foto) Topstars wie Stuart Bingham (2. der Weltrangliste), Shaun „The Magician“ Murphy (4.), Judd Trump (5.) oder Barry Hawkins (8.) um insgesamt 363.000 Euro Preisgeld. 2015 lockte das von Spielern, Verantwortlichen und Fans gleichermaßen hoch gehandelte Highlight der Main Tour circa 20.000 Besucher unter das Hallendach des Tempodroms: „Eigentlich müsste ich dafür bezahlen, hier spielen zu dürfen“, pries selbst Ronnie O‘Sullivan, polarisierender Publikumsmagnet jener Gentleman-Variante des Präzisionssportes Billard, die einzige deutsche Station im internationalen Turnierkalender. Unter der fachkundigen Moderation des als Eurosport-Kommentator zur Kultfigur aufgestiegenen Experten Rolf Kalb richtet sich der Blick auf ein hochklassiges Teilnehmerfeld.

Verrauchte Hinterzimmer

Berlin, von vielen Experten inzwischen auf als Woodstock des Snookers bezeichnet, hat ganz offensichtlich ein besonders sachverständiges Publikum. Was vor allem daran liegt, dass der einstige klassische Kneipensport inzwischen aus den verrauchten Hinterzimmern herausgefunden hat und im wahrsten Sinne des Wortes salonfähig geworden ist. Billard-Etablissements wie das Bata in der Heidestraße, Pool & Cigars in der Kulturbrauerei, das Billard-House in der Friedrichshainer Rudolfstraße oder das fast schon legendäre Billard International in der Knesebeckstraße in Charlottenburg zelebrieren das Freizeitvergnügen eben auch als ernstzunehmenden Sport.

Unterschiedliche Sieger

Die German Masters sind Teil der sogenannten Snooker Main Tour, die im Spätsommer beginnt und mit der Snookerweltmeisterschaft Anfang Mai in Sheffield endet. Anzahl und Austragungsorte der zur Main Tour gehörenden Turniere wechseln häufig. Die mit einem Preisgeld von insgesamt 363.000 Euro dotierten German Masters gehören seit 2011 zu den wichtigsten Profiturnieren der Welt. Vorläufer der German Masters als Weltranglistenturnier waren die German Open, die zwischen 1995 und 1997 ausgetragen wurden. Seit ihrer Rückkehr in die Main Tour gab es bei den German Masters fünf unterschiedliche Sieger, die – bis auf den Chinesen Ding Junhui 2014 – allesamt aus Großbritannien kamen. Favoriten in diesem Jahr sind der Weltranglistenerste Mark Selby und der amtierende Weltmeister Stuart Bingham. Mehr Informationen zum Turnier gibt es hier.

Billiard kurz & kompakt

Carambolage

Carambolage ist der Überbegriff einer Billard-Variante, die mit drei Bällen gespielt wird. Diese haben die Farben Rot, Weiß und Gelb. Alternativ wird mit einer roten und zwei weißen Kugeln (eine ist mit einem Punkt markiert) gespielt. Im Gegensatz zum Poolbillard oder Snooker werden hier keine Kugeln in Taschen versenkt, der Tisch hat keine Löcher. Dem Carambolage ist in Deutschland auch das Billard-Kegeln zugeordnet.

Pool-Billard

Hier geht es darum, mit einem weißen Spielball farbige Objektbälle nach bestimmten Regeln in sechs Taschen zu spielen (einzulochen). Die Spieler haben abwechselnd je eine Aufnahme. Die Aufnahme ist beendet, wenn der Spieler in einem Stoß keine Kugel regelgerecht lochen konnte. Oft gespielte Varianten des Pool-Billards sind 8-Ball, 10-Ball sowie 14 und 1 endlos.

Snooker

Snooker hat, verglichen mit anderen Formen des Billards, einen höheren technischen Schwierigkeitsgrad und stellt größere Anforderungen an die spieltaktischen Fähigkeiten der Spieler, weil der Tisch größer ist und die Bälle kleiner sind. Das Spielprinzip besteht darin, 15 rote und sechs andersfarbige Bälle („die Farben“) mit dem weißen Spielball nach bestimmten Regeln in die Taschen zu versenken.

M. Wolf

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